Warten und Durchhalten – wird sich der Van verzögern?

Heute wird’s dann mal wieder etwas persönlicher hier auf dem Blog. Ich will mal einen Zwischenbericht zum neuen Van-Projekt geben. Oder, naja. Von wollen kann nicht wirklich die Rede sein. Vielmehr wäre müssen richtiger. Egal, sei es drum!

 

Wann endlich kommt der neue Van?

Wie du ja weißt, wollen wir für unsere Wochenenden und Urlaubstage bald umziehen. Vom bisher genutzten T3 in den dann neuen Clever Celebration. Der Neue sollte ja auch bis Ende diesen Monats vor der Tür stehen. Soweit zumindest der Plan.

Irgendwie scheint es sich aber wie ein roter Faden durch meine Pläne zu ziehen. Immer wenn ich etwas im Zusammenhang mit dem Reisen plane, kommt es dann ohnehin wieder ganz anders. Toll strukturierte und nächtelang durchdachte Pläne werden plötzlich durch den Zufall durchkreuzt. Oder so wie jetzt gerade: der Plan A braucht einen Plan B. Weil sich Plan A durch äußere Umstände nicht erfüllen lässt.

Am konkreten Beispiel bedeutet das: einen neuen Liefertermin kennen wir noch nicht. Beim Blick in den Kalender wird aber schnell klar, dass das mit Juni wohl nicht mehr hinhauen kann. Die große Frage wird daher sein, wie lange sich der Tag noch hinauszögern wird, an dem wir endlich den Neuen in Händen halten können? Und so endlich das erste Mal auf Tour werden gehen können. Alla hopp, nix genaues weiß man nit.

 

Mögliche Ursache: der Run auf die Reisemobil Branche

Wie du siehst, werden wir uns wohl noch zumindest für eine Weile in Geduld üben müssen. Wenigstens für mich wird das tatsächlich eine Übung. Denn die liebe Geduld – sie gehört nicht wirklich zu meinen Stärken. Damit ich mich nicht so lange mit dem Umstand der absehbaren Lieferverzögerung als solches beschäftigen kann, versuche ich mich doch lieber davon abzulenken. Eine erste persönliche Therapieform war dabei die Ursachenforschung. Daran will ich dich mal gerne ein wenig teilhaben lassen.

Wieso wollen so viele ein Wohnmobil kaufen?

Derzeit kaufen nämlich offensichtlich Gott und die Welt Reisemobile. Tatsächlich so viele, dass scheinbar weder Zulieferer noch Ausbauer so recht hinterher kommen. Keine Sorge – das hier wird jetzt nicht in einer Hasstirade auf die Hersteller enden! Aber so ein Stück weit fragt man sich als König Kunde dann schon: wie führen die denn Bitteschön alle ihre Unternehmen?!

Reisemobile scheinen aber nicht nur des spontanen Urlaubens wegen so interessant. Nein. Der Markt wird durch äußere Faktoren zusätzlich befeuert. Hier wollen die Finanzkrise, und vor allem die Niedrigzinsen als ihre Folgen, genannt werden. Wer kann, steckt eben das Gesparte in halbwegs sinnvoll investierte Werte. Und sehr viele Menschen scheinen durchaus einen großen Sinn in der privaten Investition in ein Wohnmobil zu erkennen.

Kein Wunder, schließlich gewinnt man mit einem Wohnmobil, Campingvan oder Caravan ungemein an gefühlter Freiheit und Spontaneität. In einer Zeit von Stress und Hektik auf Arbeit, im Beruf und Alltag keine unwesentlichen Kauffaktoren. Jedenfalls führen genau diese Umstände wohl dazu, dass der Markt die Nachfrage offenbar nur noch schwer bedienen kann.

Und wie reagiert der Markt auf diesen Run?

Umgekehrt, denkt man sich in so ein Reisemobil-Unternehmen hinein, kann man sehr wohl auch nachvollziehen, dass man nicht plötzlich wegen ein, zwei überaus guten Jahren von jetzt auf gleich Personal und Standorte verdoppelt oder verdreifacht. Da heißt es wohl lieber das mitnehmen, was sich mitnehmen lässt und eben so viele Kunden bedienen wie möglich. Aber nicht auf Teufel-komm-raus den Betrieb vergrößern, nur um plötzlich in zwei, drei Jahren eventuell wieder rückfahren zu müssen. Aus Unternehmensicht bin ich also d’accord.

Probleme habe ich aber als Kunde. Ich weiß, ich weiß – ich bin nur einer von Tausenden. Die gerade daheim sitzen und nur darauf warten, dass das Telefon klingelt und man endlich den Liefertermin bestätigt. Und dennoch: ein Wohnmobil kauft man eben nicht so wie ein neues Fahrrad oder einen neuen Computer. Es ist eine wesentlich größere Investition. Persönlich glaube ich sogar bedeutet so eine Investition für die allermeisten, dass man ein gesamtes Jahres-Nettogehalt der Familie auf den Kopf haut. Mit andern Worten: man ist ein ganzes Jahr im Leben nur für dieses eine Mobil arbeiten gegangen. Wow!

Es mag sein, dass die Unternehmen diese Aussage nicht in ihrer vollen Aussagekraft überziehen können oder verinnerlicht haben. In der Kommunikation zu Lieferterminen jedenfalls gewinnt man den Eindruck, dass es sich bei so einem Campingvan um eine Nichtigkeit handelt. Die man mal so eben aus einer Laune heraus getätigt hat. Und die man notfalls morgen, übermorgen oder in einer Woche wieder erneut so tätigen kann.

Dem ist aber gerade nicht so! Bei den allermeisten zumindest. Gerade für junge Leute ist so eine Investition häufig mit einer (nicht unwesentlichen) Kreditaufnahme verbunden. Womöglich auch einer (!) der Gründe, weshalb ohnehin die WoMo-Fahrer eher älterer Natur sind.

Bei meinen Beobachtungen in Foren und Facebook-Gruppen scheint die Laune bei einigen Kunden gerade zu kippen. Viele haben wohl im letzten Herbst bestellt und warten noch heute auf die endgültige Auslieferung. Zumindest im Segment der Kastenwagen ist dies zu beobachten. Da mein Interesse ja eher hier liegt, kann ich also keine Aussagen zu Integrierten, Wohnwagen oder so machen. Weil aber auch hier die gleichen Megatrends – insbesondere Zinskrise, Life-Style-Inflation und Reiselust – gelten, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es auch hier mit Herstellerkapazitäten eng wird.

 

Mein persönlicher Umgang mit der Warterei…

Wie gesagt, die Geduld gehört wahrlich nicht zu meinen Stärken. Mein großer Vorteil dabei ist jedoch: ich bin mir dessen bewusst. Kann also reflektieren, dass ich nicht der Geduldigste bin. Und von daher muss ich bewusst (re)agieren. Die beste Medizin für mich heißt also ablenken und positiv denken.

Ich versuche gerade so wenig wie möglich daran zu denken. An den Van und an die sich anbahnende Verzögerung. Dabei hilft mir natürlich, dass wir dieses Jahr zum Glück noch sehr flexibel sind. Was die Urlaubsplanung angeht. Viele andere haben wohl das noch nicht gelieferte Reisemobil fest in die Jahresplanung einbezogen. Was ich voll und ganz verstehen kann.

Da ich aber von Anfang an wusste, dass Pläne sich ändern können und dass ich ohnehin gerne vom Zufall überrascht werde, habe ich lieber von solch engen Plänen die Finger gelassen. Das scheint sich jetzt zu bestätigen und zu lohnen. Doch lustig ist die Situation trotzdem keinesfalls! Es zerrt doch schon ganz schön an den Nerven eben nicht zu wissen, wann der Van denn kommen wird. Wie es weiter geht. Und ob der Sommer dann vielleicht doch schon vorbei sein wird.

 

…und welche Optionen mir bleiben

Doch wie soll ich denn sonst reagieren als stumpfsinnig abzuwarten und Füße stillhalten?! Klar. Ich meine ich könnte jetzt beginnen und mich selbst unter Druck setzen. Mir ein Limit für das Warten setzen. So wie es gerade in den Foren auf und ab diskutiert wird. 6 Wochen nach dem unverbindlichen (!) Liefertermin den Händler in Verzug setzen und nach weiteren 2 Wochen dann vom Kaufvertrag zurück treten.

Wow! Was für ein Statement! Dann trete ich vom Vertrag zurück. Und der Händler hat – bei der Marktsituation – morgen eben einen anderen Käufer für den Van. Wer guckt dann in die Röhre? Genau – moi! Dann stehe ich wieder ohne Van da. Hab‘ viel Geld gespart. Aber eben noch immer nicht die gewünschte Freiheit und Spontaneität gewonnen. Und dann?

Dann könnte ich wieder zu einem Händler gehen und etwas neues bestellen. Und noch mal warten. Und hoffen, dass es dies Mal klappt. Zu dem Zeitpunkt hätte ich dann aber schon ein halbes Jahr Wartezeit ohne Van und ohne Vanlife hinter mir. Super Move! Nicht.

 

Mein Fazit – ich muss mich in Geduld üben und weiter ablenken

Also stelle ich fest, dass für mich persönlich die Warterei alternativlos ist. Wir haben uns bewusst für den Van entschieden und jetzt soll es doch auch Bitteschön dabei bleiben. Ich bin noch immer mit der Wahl zufrieden. Und glaube, dass wir jetzt noch mehr von der Allwettertauglichkeit werden profitieren können, als sowieso schon gehofft. Denn eines ist doch klar: nur weil der Van jetzt eventuell etwas später kommt als gehofft – die Vorfreude wird doch nicht weniger! 

Egal also wann der Bus kommt, wir werden mit Vollgas in das Abenteuer hinein starten. Das soll jetzt natürlich kein Freibrief für den Hersteller werden. Dass er sich nicht beeilen bräuchte. Und es soll erst recht kein Loblied auf ihn sein. Die Kommunikation mit dem König Kunde sollte sehr wohl mal kritisch hinterfragt werden. Lieber höre ich doch ein ‚der Van kommt 4 Wochen später‘ als ein ‚der Van wird später kommen, wann genau – keine Ahnung‘.

Und doch darf man sich von solchen Aussagen nicht irritieren und unterkriegen lassen! Diese Aussagen sind ganz sicher auch der aktuellen Situation am Markt geschuldet. Die Hersteller müssen ziemlich wenig um Kunden buhlen. Wenn einer abspringt, findet sich noch heute der nächste. Für uns Kunden heißt das doch aber, dass wir die Nerven bewahren müssen.

Ich jedenfalls werde das auch weiter tun. Die Nerven bewahren. Mich der Hoffnungen einer möglichst baldigen Auslieferung hingeben. Und mich dann umso mehr freuen, wenn wir den Kasten endlich fahren können. Bis dahin werde ich ein wenig weiter planen, zu Ausstattungen und Details, möglichen Reisezielen und Routen.

 

Wie siehst du die Situation am Markt? Wartest du vielleicht selbst gerade noch auf dein neues Gefährt? Oder bist du schon glücklicher Besitzer? Sehe ich das Ganze vielleicht doch zu unkritisch? Oder hast du Tipps wie ich mich bei all dem Warten weiter bei Laune halten kann? Dann schreib’s doch hier unten in die Kommentare! 😉

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten '9 to 5 job'. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

Ein Gedanke zu „Warten und Durchhalten – wird sich der Van verzögern?

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