Der große Campingkarten Vergleich 2017

Sicherlich erinnerst du dich noch daran, dass ich dir schon im letzten Frühjahr fünf Campingkarten vorgestellt habe. Solche Campingkarten sollen den Campern vorteilhafte Übernachtungspreise bieten. Häufig beinhalten sie auch eine Haftpflicht- und/oder Unfallversicherung.

Seit dem letzten Frühjahr hat sich die Welt aber weiter gedreht. Daher will ich heute mal schauen, ob und was sich an den Karten verändert hat. Und welche der Karten für wen besonders interessant sein könnte. In meinen Augen macht es keinen Sinn die alten Daten weiter im Netz zu halten. Daher habe ich kurzerhand den Altartikel quasi überschrieben. Oder sollte ich es besser Upcycling nennen?! So ganz neudeutsch und hipsteresk?

Egal wie. Ich habe alle Infos zu den fünf betrachteten Karten auf den aktuellen Stand gebracht. Die größten Veränderungen will ich hier kurz übersichtlich darstellen. Bei meiner Recherche habe ich keine neue Karte finden können. Sollte ich aber etwas übersehen haben, darfst du das gerne in den Kommentaren anmerken!

 

Die Campingkarten der Saison 2017 in der Übersicht

Die mein Platz Bonuskarte

Sie macht erneut den Auftakt des Artikels. Weil sie auch eher spezieller ist als alle anderen vier. Hier hat sich das Bonus-System stark gewandelt. Im letzten Jahr hatte ich noch recherchiert, dass man Rabatte bei Zubehör-Partnern und anderen Einzelhändlern usw. erhalten könne. Hiervon war jetzt nichts mehr zu lesen.

Vielmehr ist die Bonus-Karte eine gewöhnlich ‚buy many – get one for free‘ Aktion. Konkret muss man also zehn mal für mehr als zwei Nächte auf jedes Mal unterschiedlichen mein Platz Stellplätzen übernachtet haben. Und sich dies in der Stempelkarte bestätigen lassen. Dann schickt man die Karte ein und erhält eine Gratis-Übernachtung auf einem mein Platz Stellplatz. Aktionszeitraum ist übrigens der 30.01. bis 31.12.2017.

 

Die Camping Card International

Sie gibt es (neuerdings?) nur noch über zwei Verkaufswege in Deutschland: entweder als Mitglied im Deutscher Camping Club e.V. oder auch über den Automobilclub von Deutschland e.V. Hier hat man sogar als Nicht-Mitglied eine Chance. Verändert hat sich auch der Preis, nämlich ist dieser nun höher. Bestellt man als Nicht-Mitglied über den AvD kostet sie 8,- € zzgl. 4,95 € – und somit quasi 12,95 € ‚brutto‘. Im letzten Jahr lag der Preis noch bei 12 € – allerdings war dabei wohl noch eine Bestellung direkt über die CCI möglich.

Positiv zu erwähnen ist der wohl neue Gültigkeitszeitraum. War letztes Jahr noch angegeben, dass die Karte für ein Kalenderjahr gültig ist, so soll sie nun für ein Jahr ab Ausstellung gelten. Deutlich attraktiver also für Neueinsteiger.

 

Die Camping Key Europe (CKE)

Hier hat sich erfreulicherweise wohl nichts verändert. Es sei denn im Kleingedruckten, beispielsweise zu den Versicherungsleistungen. Als ADAC-Mitglied erhält man sie weiterhin für 12 €. Nicht-Mitglieder kommen weiterhin über den Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. an die Karte. Kostet neuerdings 18 € statt zuvor 16 € – jedoch ist nun auch der Versand inkludiert. Hier hat sich wohl also wenig bis gar nichts getan.

 

Die ADAC CampCard

Hier konnte ich nichts neues herausfinden. Sie existiert weiterhin und liegt den ADAC Stellplatzführern bei.

 

Die ACSI Card

Auch hier hat sich sehr wenig getan. Die Karte und Preispolitik ist nahezu unverändert. Allerdings ist nun der Rabatt bei dem 2-Jahres-Abo des großen Pakets wohl deutlich besser als noch im letzten Jahr. Das Paket umfasst Stellplatzführer, ACSI Card sowie die App.

Positiv zu nennen ist das ausgeweitete Stellplatz-Netz. Rund 200 Plätze nehmen dieses Jahr zusätzlich teil. Ein ordentliches Plus von etwas um die + 5%.

 

Mein persönliches Fazit

Im letzten Jahr hatte ich mir die ACSI Card samt Stellplatzführer gegönnt. Einige Male konnten wir so auch in den Genuss der Rabatte kommen. Leider war ja aber der Bulli im Frühjahr 2016 außer Dienst, sodass die Vorsaison schneller rum war als uns lieb sein konnte. Dafür fiel unser Jahresurlaub in die Nachsaison, sodass wir hier das ein oder andere Mal sparen konnten. Im Endeffekt haben wir die Kosten für das ACSI Paket also wieder ‚rein gespart‘. Wenn man so will hatten wir also das Nachschlagewerk kostenlos nutzen können.

Dieses Jahr werde ich aber auf den ACSI verzichten. Wieso? Weil wir – so denn alles gut läuft – in zwei Monaten unseren neuen Van bekommen werden. Und mit ihm wollen wir 2017 deutlich weniger auf Campingplätzen stehen. Sondern viel mehr auf Reisemobilstellplätzen. So würde es schwierig sein, die Kosten für den ACSI wieder rein zu holen. Außerdem haben wir ja notfalls immer noch den Stellplatzführer des letzten Jahres. Und können den immer noch mal zum Blättern nutzen. Wenn auch ohne Rabatt.

Nein, dieses Jahr werde ich mir die CKE zulegen. Schließlich handeln unsere Träume von der unberührten Natur im skandinavischen Raum. Der Süden von Schweden und Norwegen, vielleicht auch Dänemark – das sind die erklärten Ziele. Und wie ich nun ja weiß, braucht es dort die CKE als Identitätsnachweis. Zumindest wohl auf Campingplätzen. Als ADAC-Mitglied ist zudem der Preis vernünftig. Man zahlt quasi 1 € im Monat. Das passt. Die CCI hingegen bleibt für mich weiterhin unattraktiv. Einfach schon deshalb, weil sie nicht als Identitätsnachweis taugt und ich somit zwei Karten kaufen müsste.

 

Jetzt würde mich mal interessieren, welche Karte du nutzt? Oder bist du schon seit Jahr und Tag ohne Camping Karte unterwegs? Weil du es nicht besser wusstest oder weil du einfach keine brauchst? Du also von den Vorteilen nicht profitieren würdest?

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten '9 to 5 job'. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

6 Gedanken zu „Der große Campingkarten Vergleich 2017

  • 23. April 2017 um 13:35
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    In Norwegen habe ich in den letzten 25 Jahren keine Campingkarte gebraucht. Du fährst auf den Platz, sagst wo Du steht und bezahlst. Manchmal geht abends auch jemand rum und kassiert am Fahrzeug 🙂

    Antwort
    • 23. April 2017 um 15:37
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      Danke Gerhard, für deine Meinung und Erfahrung! Stehst du auf Stell- oder Campingplätzen?
      Beste Grüße!
      Mario

      Antwort
      • 30. April 2017 um 13:04
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        „Stehst du auf Stell- oder Campingplätzen?“ Ich nutze alle Angebote 🙂 Camping- oder Stellplatz und am liebsten keinen der Beiden. Letztes Jahr auf Island war ich von 21 Nächten nur einmal auf einem Campingplatz. In Norwegen und Schweden finden sich noch genügend Alternativen zum Campingplatz. Allerdings gibt es dort immer mehr schön gelegene Stellplätze mit Ver- und Entsorgung. Bei dem letzten Trip vor Ostern in die Normandie, standen wir immer auf Campingplätzen. Auch hier wurde nie nach einem Campingausweis gefragt.

        Antwort
        • 30. April 2017 um 17:18
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          Okay, cool. Danke dir! Also es hält sich hartnäckig überall das Gerücht, man bräuchte im skandinavischen Raum beim Stehen auf Campingplätzen die CKE (Camping Key Europe). Da (nur) sie die ehemalige Scandinavia Card (oder so) ersetzt hat. Es geht dabei als darum, dass du dich beim Ein- und Ausschecken „ausweist“. Mag sein, dass dies auf Stellplätzen nicht der Fall ist. Ich bin da aber noch weiterhin in der Recherche und halte dich/euch auf dem Laufenden! 😉
          Beste Grüße,
          Mario

          Antwort
  • 26. April 2017 um 10:44
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    Auf meiner ersten Tour (Motorrad & Zelt) nach Norwegen dachte ich noch, ich brauch unbedingt eine Campingkarte. Einen wirklichen Mehrwert hat sie mir nicht gebracht.

    Manchmal konnte ich ich beim vorzeigen der Karte gleich mal 1-2 € für die Nacht abziehen, doch den gleichen Rabatt hab ich auch bekommen wenn ich nur schon beim bezahlen nachgefragt habe.
    Viel lieber hab ich mich vom Platzwart am Abend zu einem Bier einladen lassen. Ich lieferte einige Geschichten für’s Lagerfeuer, dafür gab es Bier um die Zunge zu lockern.

    In den folgenden Jahren, als ich hautpsächlich Norwegen bereist habe, hatte ich keine Campingkarte mehr dabei.

    Antwort
    • 26. April 2017 um 20:42
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      Hi Marco,
      danke für dein Feedback! Das ist ja echt interessant. Dabei ist überall zu lesen man bräuchte im skandinavischen Raum eben so eine Karte als Identitätsnachweis. Nun gut, jetzt wo sich diese Erfahrungsberichte aber mehren, scheint sich zu verdichten, dass das wohl eher aus dem Reich der Fabeln stammt. Vielleicht können ja noch mehr hier dazu beitragen, etwas Klarheit rein zu bekommen.
      Danke dir Marco und viele Grüße!
      Mario

      Antwort

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