#VANtalk #2 – Volker und Claudia von UMIWO.de

Heute folgt nun das zweite Interview dieser Serie! Wenn du letzte Woche den ersten #VANtalk mit Reto und Sabine von Living-In-A-Box verpasst haben solltest, kannst du auch noch mal nachlesen worum es in der Interviewreihe geht, weshalb ich sie ins Leben gerufen habe und was ich mir – auch für Dich und anderer Kastenwagen Interessierte! – davon erhoffe.

So, nun aber auf auf zu Teil 2! Heute mit Volker und Claudia von UMIWO.de. Übrigens den beiden einzigen, teilnehmenden Blogger-Kollegen, die ich bereits persönlich kennen und schätzen lernen durfte!

Hinweis: in grüner Fettschrift stelle ich die Fragen. In Normalschrift folgen dann die Antworten der beiden. Das Interview habe ich übrigens mit Volker geführt. Daher werde ich nur ihn ansprechen. Ich gehe aber mal davon aus, dass die Antworten so auch für Claudia gelten. 😉

 

Über Volker und Claudia und ihren Blog UMIWO.de

Wir sind die Teilzeitreisenden Claudia (47) und Volker (49) aus der Region Hannover. Seit 2005 sind wir mit dem Wohnmobil in Europa, aber vor allem auch in Deutschland unterwegs und seit 2010 versorgt unser Blog ‚UMIWO – unterwegs mit dem Wohnmobil‘ Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da das Reisen uns beide sehr inspiriert, teilen wir unsere Erlebnisse, Erfahrungen und Emotionen im Reiseblog mit der Welt und leben so den ‚Spirit‘ gemeinsam mit anderen Interessierten. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte sind unsere Impulse für neue Ziele. Trends und Innovationen rund um Camping und Wohnmobil auf Messen und bei Spezial-Events nehmen wir unter die Lupe und stellen sie in Fotoreportagen vor. Mit fast 500 Artikeln und weit über 1.000 Fans auf unterschiedlichen sozialen Plattformen ist UMIWO eine feste Größe unter den deutschsprachigen Camping-Blogs.

Die heutigen Interviewpartner beim #VANtalk: Volker und Claudia von UMIWO.de, gemeinsam vor ihrem Westfalia Columbus 600D
Die heutigen Interviewpartner beim #VANtalk: Volker und Claudia von UMIWO.de, gemeinsam vor ihrem Westfalia Columbus 600D

 

 

Wie Volker und Claudia zu Teilzeitreisenden wurden

Volker, schön dass du die Zeit gefunden hast und dich meinen Fragen stellst! Zunächst würde mich natürlich einmal interessieren, wie es denn überhaupt dazu kam, dass ihr beiden im Van reist?

Der Van ist zurzeit die für uns beste Kombination aus Komfort und Kompaktheit. Auch schätzen wir es, sehr unauffällig möglichst frei in der Natur zu stehen. Da bietet sich die Bauform eines Kastenwagens an.

 

Seid ihr denn schon immer im Van gereist? Oder habt ihr vorher auch andere Reisemöglichkeiten oder sogar andere Reisemobile ausprobiert?

Bis auf das erste gemietete teilintegrierte Wohnmobil sind wir danach bis heute immer in einem Van gereist. (Fahren seit 2011 einen eigenen Kastenwagen; Anm. v. Mario)

 

Wow, dann könnt ihr ja schon einiges an Erfahrung einbringen! Wozu nutzt ihr zwei Teilzeitreisenden den Van? Für ausgedehnte Fahrten im Jahresurlaub? Oder auch mal an Wochenenden und Brückentagen oder gar (teilweise) als Wohnsitz?

Da wir in ortsgebundener Angestelltentätigkeit unser Geld verdienen, nutzen wir unseren Van immer in der Freizeit, also Urlaube, Wochenenden und Feiertage.

 

Richtige Teilzeitreisende eben. Um die Ansprüche, die beim Kauf an euren Kastenwagen gestellt habt ein bisschen besser einschätzen zu können wäre es wichtig zu wissen, wie ihr im Van reist? Also steht ihr eher frei, auf Reisemobilstellplätzen oder trifft man euch vielleicht sogar mal auf Campingplätzen?

Wir stehen fast nie auf Campingplätzen, es sei denn, sie bieten in der Umgebung einen wunderbaren Blick in die Natur. Ansonsten nutzen wir Reisemobilstellplätze, wenn sie nicht allzu voll und nett gelegen sind. Aber am liebsten stehen wir frei in schöner Umgebung!

 

Okay. Um dann auch noch euren Platzbedarf im Van kennen zu lernen: reist ihr ausschließlich zu zweit? Oder habt ihr Haustiere mit an Board?

Wir reisen zu zweit. Seit kurzem auch noch mit unserem Hund. Von daher gab es keine allzu engen Kriterien an die Größe der bisherigen Fahrzeuge.

 

Der UMIO-Van – ein Westfalia Columbus 600D auf 5,99 Meter Länge

Sei so lieb und stell uns kurz euren Kastenwagen vor. Also, welches Basisfahrzeug nutzt ihr, in welcher Größe? Welche Spezifikationen waren euch sonst wichtig?

Wir fahren einen Westfalia Columbus 600D auf Basis eines Fiat Ducato (Maxi Chassis) mit 148 PS bei 3,5 to zulässigem Gesamtgewicht. Der Columbus ist Baujahr 2014, 5,99 Meter lang und verfügt über ein Automatikgetriebe.

 

 

Um direkt einmal ein heikles Thema unter Reisemobilisten anzusprechen: wie stehst du zu ‚Gas im Wohnmobil‘? Nutzt ihr selbst die Energiequelle Gas im Van und wenn ja wofür?

Da wir mit einer speziellen Westfalia Warmwasser-Diesel-Heizung-Lösung ausgerüstet sind, nutzen wir eine kleine 2,7 kg Gasflasche. Ausschließlich zum Kochen. Wir haben aber immer noch eine weitere Ersatzflasche dabei. Da die Flasche so kompakt und leicht ist, kann sie gut in einem Stauraum untergebracht werden. Der Kompressorkühlschrank wird über Strom betrieben.

 

Das klingt nach einer interessanten Lösung. Wenn ihr viel frei steht und du einen ausschließlich mit Strom (Batterie oder Landstrom) betriebenen Kühlschrank nutzt – wie autark ist dann euer Van? 

Autarkie ist gerade für einen Kastenwagen nicht einfach zu lösen. Hier stellt sich die Fragen, wann die Autarkie beginnt. Ist man erst autark, wenn man z. B. 1 Woche mit seinen eigenen Ressourcen auskommt? Hier fangen schon lange die Probleme an, denn ein Kastenwagen ist meist nur mit 100 Liter Wasser- und Grautanks ausgerüstet. Je nach Anzahl und Verbrauchsverhalten der Bewohner ist man bereits nach ein paar Tagen ohne Wasser! Auch die Toilettenkassette ist meist nach ein paar Tagen voll. Beim Strom kommt es auf den Solarertrag und den Verbrauch an. Gerade im deutschen Winter sind beide Komponenten gegenläufig.

 

Wo wir gerade beim Winter wären: seid ihr denn Wintercamper? Nutzt ihr den Kastenwagen also auch in der kalten Jahreszeit? Und wie rüstet ihr euch und den Van dann?

Ein Kastenwagen ist für uns kein Fahrzeug für dauerhaftes Wintercamping. Zu viele Kältebrücken weist das Fahrzeug auf, die durch Thermomattenlösungen kompensiert werden müssen. Wir haben sogar eine Fußbodenheizung, aber das Anheizen gegen die Kältebrücken ist gerade im Bereich des Fahrerhauses nicht optimal. Hier nützt meist nur das komplette Aufziehen einer Thermomatte außerhalb des Fahrerhauses.

 

Das klingt natürlich nicht gerade nach einer spaßigen Angelegenheit, in Nässe und Kälte solche Basteleien durchzuführen. Du hast uns schon mal einen guten Einblick in euren Kastenwagen geboten. Jetzt würde ich gerne noch zwei, drei teils kontrovers diskutierte Fragen an dich loswerden. Ich bin mir sicher, du hast eine persönliche Meinung dazu. Vielleicht stellst du auch da, wieso ihr euch jeweils für die eine Lösung entschieden habt.

Festbad oder Raumbad?

Wir haben ein Festbad und würden auch weiterhin immer ein Festbad nehmen, da ein Raumbad einige Einschränkungen in den bereits engen Grundriss mit sich bringt.

Stauraum oder Sichtachse?

Für uns ist und bleibt die Sichtachse der entscheidende Faktor. Wir brauchen einfach ein gewisses Raumgefühl! Somit muss die Fahrzeuglänge auch mindestens 6 Meter betragen.

Querbett oder Längsbetten?

Da unser Kastenwagen eine Fahrzeuglänge von 6 Metern aufweist, sind Längsbetten keine gute Wahl. Zu viele Verluste in Bad, Küche und Dinette müssen da in Kauf genommen werden. Wir setzen daher auf den bewährten Grundriss mit Querbett und großzügiger Dinette. Längsbetten sind für uns nur bei deutlich längeren Fahrzeugen eine Alternative.

 

Vielen Dank Volker für die eindrucksvolle Beschreibung eures Vans! Um dann auch gleich wieder den Van im Geiste zu verlassen möchte ich dir zum Abschluss dieses Teils gerne noch eine offene Frage zu eurem Columbus stellen: was war bisher deine oder eure ausgefallenste Bastelei am Kastenwagen?

Da unser Fahrzeug sehr gut ausgestattet ist, haben wir eigentlich kaum großen Bedarf an ausgefallenen Basteleien. Aber wir haben uns nachträglich zwei fernbedienbare Dimmer für die Beleuchtungsstreifen unterhalb der Oberschränke nachgerüstet. Jetzt können wir das Licht nach der jeweiligen Situation stufenlos einstellen.

 

Volker verrät uns seine Lieblingsreise im Van!

Volker, im #VANtalk soll es ja nicht ausschließlich um den Van gehen. Wie du weißt, ist es mit unserem fast 30-jährigen VW Bus nicht immer ganz so einfach von den weitentfernten Reisezielen zu träumen. Deswegen erzähl‘ doch du uns einfach mal von deiner schönsten Reise im Kastenwagen oder einem deiner schönsten Reisemomente! Gerne auch davon, was diese Reise so besonders gemacht hat und du dich so gerne an sie zurück erinnerst.

Diese Fragen lassen sich nicht ganz so einfach beantworten, da wir bereits schon sehr viele, schöne Reisen im Van unternommen haben. Aber ein schönes Erlebnis relativ am Anfang unserer Reisen haben wir auf unserer Reise nach Spanien und Portugal erlebt. Auf der Insel O’Grove in Galizien (Nord/West-Spanien) standen wir als einzige Gäste in der Vorsaison auf einem Campingplatz mit direktem, erhöhten Blick auf den Atlantik. Als nach einem traumhaften Sonnenuntergang der weit gegenüber liegende Küstenstreifen mit seinen Häuser- und Straßenbeleuchtungen funkelte und wir dieses Schauspiel mit einem Glas Wein aus unserer Frontscheibe beobachteten und dabei Musik hörten, fühlten wir uns sehr frei und fasziniert. Da es noch recht kalt war, hatten wir noch einen zusätzlichen Heizlüfter in den Fußraum gestellt, welcher alle 20 Minuten ausfiel, da die Sicherung des Stromanschlusses immer rausflog. Wir lachten uns jedes Mal schlapp, da wir dann immer kurz aussteigen und die Sicherung wieder einschalten mussten. So etwas bleibt uns noch lange im Gedächtnis!

 

Was Volker sonst noch zu sagen hat. Und für wen ein Kastenwagen geeignet sein könnte!

Ein Kastenwagen ist ein klasse Reisemobil, um möglichst nah an traumhafte Plätze zu reisen. Gerade für berufstätige Menschen das perfekte Fahrzeug! Aufgrund der schmalen Bauform kommt man häufig in Regionen, wo die großen Wohnmobile scheitern. Auch das Fahren ist deutlich komfortabler, da das Fahrzeug deutlich besser auf der Straße liegt und auch meist gut beschleunigt. Uns gefällt hierbei auch das Automotive Design. Wir haben den Kastenwagen daher extra mit einer Van-Optik ausgerüstet, um noch weniger als Wohnmobil aufzufallen. Dafür ist der Wohnkomfort im Vergleich zu vielen klassischen weißen Wohnmobilen eingeschränkter. Der Van wird somit mehr zum Schönwettergefährt.

Wir verbringen pro Jahr im Durchschnitt fast 100 Tage im Kastenwagen. Für uns ist der Wagen aber ein Aktivitätsfahrzeug und kein Fahrzeug zum Wohnen. Dafür haben wir unsere Wohnung. Wenn wir in den Van steigen, fahren wir meist eine Entdeckertour. Dennoch kann man bei schönem Wetter genauso klasse vor dem Fahrzeug oder unter der Markise bei schönsten Sonnenschein entspannen. Wir sind daher sehr begeisterte Kastenwagenfahrer und empfehlen diesen Fahrzeugtyp allen aktiven Reisenden sehr.

 

#VANweh sagt Danke! an Volker und Claudia von UMIWO.de!

Das war er dann auch schon, der zweite #VANtalk! Ich möchte mich ganz herzlich bei Volker und Claudia für die Teilnahme bedanken. Wie eingangs erwähnt, hatte ich das Glück beide auf dem Caravan Salon 2016 kennen zu lernen und auf der Touristik & Caravaning in Leipzig wieder zu treffen. Von daher weiß ich also, wie sehr er – aber auch Claudia! – für das Thema Kastenwagen brennen!

Das Modell der Teilzeitreisenden… Vielleicht wird es ja eines Tages zur Blaupause, auch für uns. Zu verlockend klingt die Anekdote vom Jahresurlaub in Spanien mit Glas Wein in der Hand und Blick aus dem eigenen Campingvan! Oder die Vorstellung von Wochenendausfahrten bei jeder sich bietender Gelegenheit. Ohne Rücksicht auf Probleme eines alternden Fahrzeugs nehmen zu müssen.

Etwas schmunzeln musste ich übrigens über die Selbsternennung zu den ‚Teilzeitreisenden‘. Hatten sich doch zum Interview vergangener Woche schon Reto und Sabine als die ‚Vollzeitreisenden‘ bei mir vorgestellt! Und doch haben beide Paare eine offensichtliche Gemeinsamkeit: alle vier Interviewpartner sind Mittvierziger! Oha, bin ich etwa der Zeit voraus?! 😉

 

Schon nächsten Sonntag erscheint übrigens #VANtalk #3. Mit wem? Lass dich überraschen… Und vergiss nicht: #VANweh in feedly abonnieren! 😉

 

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‚9 to 5 job‘. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

2 Gedanken zu „#VANtalk #2 – Volker und Claudia von UMIWO.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *