Umfrage-Ergebnis: wie geht ihr mit Frischwasser um?

Wieder ist es Sonntag, wieder eine Woche vorüber. Wie die Twitterati unter euch wissen, habe ich vergangenen Sonntag zu einer Umfrage per twitter aufgerufen. Die Umfrage sollte dabei 7 Tage, also genau bis heute, 12 Uhr, laufen. Thema der Meinungsabfrage war das Frischwasser im Wohnmobil. Da ich mir nämlich zur Zeit noch die Frage stelle, wie ich damit künftig umgehen will, wollte ich einfach mal von euch wissen, wie ihr das so macht! Nutzt ihr das Silbervlies, flüssige Silberionen, Chlor – oder vielleicht gar nichts?!

 

Die Auswahl der Antwortmöglichkeiten

Bei dieser Umfrage habe ich euch insgesamt also vier Antwortmöglichkeiten zur Auswahl gestellt. Nach meiner Erfahrung entspricht dies den typischerweise unterschiedlichen Handlungsansätzen. Die man auch immer wieder im Austausch mit Reisemobilisten und Foristen zu hören und lesen bekommt. Diese wären da:

A) das Wasser bleibt so wie es ist

B) in den Frischwassertank wird ein Silbervlies eingelegt, welches über die Zeit Silberionen abgeben soll und so einer Verkeimung vorbeugen so

C) anstelle des Silbervlies‘ werden Silberionen in flüssiger Form dem Frischwassertank zugeführt; Wirkungsweise dabei vergleichbar, bloß mit dem kolportierten Vorteil, dass das Silber direkt im Wasser ist und nicht bei dem Vlies erst nach Stunden/Tagen

D) zusätzlich zu Variante C) wird auch ein Chlormittel genutzt; dieses soll dazu dienen das eingefüllte Frischwasser von einer schon bestehenden Verkeimung zu befreien.

 

Und in der twitter-Umfrage sah das Ganze dann so aus:

 

Modalitäten und Qualität der Umfrage

Da ich weder beeinflussen kann, wer an dieser Umfrage teilnimmt, noch wie viele Teilnehmenden es (maximal) geben darf, muss die Umfrage als auch das Ergebnis als nicht-repräsentativ angenommen werden. Wenn man so will, waren alle Twitter-Ntuzer teilnahmeberechtigt.

Offizielles Laufzeitende der Umfrage war an diesem Sonntag, 30.07.2017 um 12 Uhr. Bis dahin hatten nun also 12 Twitterati an der Umfrage teilgenommen. Aus technischen und wohl auch datenschutzrechtlichen Gründen lässt sich – zum Glück? – nun nicht mehr herausfinden, welche twitter-Nutzer an der Umfrage teilgenommen haben. Und wie sie geantwortet haben. Somit ist auch nicht abschließend verifizierbar, ob die teilnehmenden Nutzer auch tatsächlich Wohnmobilisten sind und sich so verhalten, wie sie es in der Umfrage angegeben haben. Das will ich im Hinblick auf die Authentizität dieser Umfrage und des Ergebnisses gerne noch mal ausdrücklich herausstellen!

Nichts desto trotz lässt sich, anhand vergebener Likes sowie durch das Retweeten der Umfrage durch einzelne Nutzer, sehr wohl vermuten, wer daran teilgenommen haben könnte. Sodass ich mir zumindest einbilde, dass die Umfrage tatsächlich durch Reisemobilisten wahrheitsgetreu durchgeführt worden sein könnte.

 

Das Umfrage-Ergebnis und dessen Interpretation

Von den 12 abgegebenen Stimmen entfielen dabei 8%, also genau 1 Stimme auf Antwort B) Silbverlies, 42% oder 5 Stimmen auf Antwort C) flüssige Silberionen und starke, wie auch überraschende 50% und 6 Stimmen auf Antwort A) gar nüscht! Keine Nennung erhielt übrigens die Variante D), sodass von den Umfrageteilnehmern niemand das Frischwasser chlort.

Die Mehrheit – und immerhin die Hälfte aller Teilnehmenden – nutzt das Wasser also in unbehandelter Form. Direkt gefolgt von der Variante mit den flüssigen Silberionen. Laut Umfrage nutzen Exoten das Silbervlies‘. Und gechlort wird das Wasser, glaubt man den Teilnehmern, nie.

Wenn ich dieses Ergebnis mal versuche ins Verhältnis zu meiner subjektiven Wahrnehmung der Foren Diskussionen zu setzen, dann fällt dabei auf, dass hier Variante D) eher unterrepräsentiert scheint. Ein paar Mobilisten scheint es immer zu geben, die dem Wasser auch Chlor hinzufügen. Allerdings ist das auch bei sonstigen Diskussionen, die ich miterlebt habe, bisher immer die ganz deutliche Minderheit gewesen. Das liegt wohl einerseits an der meist guten Wasserqualität. Aber eben auch an der Vernunft, Wasser das nicht frisch wirkt erst gar nicht ins Wohnmobil einzufüllen.

Was ich aber durchaus auch bestätigen kann, ist die eher geringe Nutzung des Silbervlies‘. Hier wird häufig angeführt, dass dieses zu spät erst die Wirkung entfalte. Schließlich braucht es eine ganze Weile im Wasser, bis es die Silberionen an dieses abgibt. Das Frischwasser gänzlich unbehandelt zu lassen, ist eine Meinung, auf die man immer wieder und sogar überraschend häufig stößt. Gründe sind dafür zumeist die grundsätzliche Ablehnung der chemischen Mittel im Wasser.

Sodass nach meiner ganz persönlichen und subjektiven Betrachtung häufig der Einsatz von flüssigen Silberionen mindestens genauso oft zum Einsatz kommt, wie das vollkommen unbehandelte Frischwasser.

 

Doch: die Wasseraufbereitung ist stark abhängig vom Einsatzzweck

‚Der Zweck heiligt die Mittel‘, ist ein geflügeltes Sprichwort im Volksmund. Aber genau bei der Erhaltung des Frischwassers im Reisemobil trifft er zu, wie sonst wohl kaum. Nämlich darf man bei all der Diskussion um die Wasserqualität und den richtigen Umgang mit dem Frischwasser nicht vergessen, wozu das Wasser denn genutzt werden soll!

Diese Frage ließ sich im Rahmen dieser Umfrage nämlich nicht berücksichtigen. Also, ob das Frischwasser durch die Teilnehmenden vielleicht ausschließlich zum Duschen und Klospülen, zum Zähneputzen oder gar zum Kochen und Zubereiten von Heißgetränken genutzt wird. Hier gehen die Meinungen der Mobilisten nach meinen Beobachtungen mindestens genauso weit auseinander, wie bei der Frage nach der richtigen Methode zur Aufrechterhaltung der Wasserqualität im Tank.

Zum Trinken wird das Wasser aus dem Wohnmobil allerdings eigentlich nie benutzt. Häufiger ließt man sogar, dass eine Vielzahl der Camper dem Wasser nicht mal zum Putzen der Zähne vertraut. Man wolle die Schleimhäute nicht in direkten Kontakt mit diesem Wasser bringen, heißt es oft als Argument. Schließlich wisse man weder, wie die Leitungen im eigenen Wohnmobil aussähen. Noch wisse man so recht, wo das Wasser aus dem Zapfhahn herkomme. Und wenn man es nicht an den Schleimhäuten haben will scheidet das Wasser meist auch als Zubereitungsmittel für Mahlzeiten wie Nudeln oder Getränke wie dem heißen Kaffee aus. Obwohl es dann abgekocht wäre.

Wenn aber die Verwendung des Frischwassers schon so unterschiedlich ist, dann muss man dies auch bei dem Vergleich der Umfrageergebnisse berücksichtigen. Denn möglicherweise hat Teilnehmer 1 angegeben, das Frischwasser gar nicht mit Mittelchen aufzubereiten. Teilnehmer 2 hingegen nutzt die Silberionen in flüssiger Form. Der Unterschied bei beiden könnte nun darin liegen, dass Teilnehmer 1 das Wasser ausschließlich für die Toilettenspülung und die Dusche nutzt, während sich Teilnehmer 2 auch die Zähne mit dem Wasser putzen oder gar Kaffee damit kochen will.

Wie gesehen macht dies die Auswertung der Umfrageergebnisse nicht gerade einfacher. Noch dazu müsste man wohl auch noch den Aspekt berücksichtigen, wo man das Frischwasser abfüllt. Wie also die Ausgangsqualität des Wassers ist. Und hierbei wird dem Wasser im europäischen Raum grundsätzlich eine gute bis sehr gute Qualität zugesprochen. Mit möglichen Abstrichen in südlicheren Ländern.

 

Persönliches Fazit – Silbervlies rein und Kaffee trinken?

Grundsätzlich denke ich, kann es nicht schaden, wenn man sich schon beim Auffüllen des Wasserbunkers bewusst macht, was man tut. Sich also umschaut, wie der Hahn und die Infrastruktur, aus der man zapfen möchte, äußerlich wirken. Und bevor man das Wasser in den Tank laufen, auch mal ein paar Liter plätschern lässt. Um Optik und Geruch zu checken. Wenn man schon damit gewissenhaft umgeht, fällt es wohl leichter im anschließenden Schritt das richtige Mittel der Wahl zu finden.

Weiterhin scheint auch mitentscheiden zu sein, wie man mit dem Frischwasser in der Zeit des Nicht-Nutzung des Wohnmobils umgeht. Denn, wenn wir mal voraussetzen, dass wir nicht ganzjährig in dem Mobil leben, dann gibt es immer auch Zeiten, in denen das Teil an der Straße steht. Vielleicht sogar in der prallen Sonne. Lässt man dann das Frischwasser im Tank? Oder macht man den Tank nach jedem Gebrauch leer? Um ihn vor nächstem Fahrtantritt wieder auffüllen zu müssen?

Hier muss ich für mich feststellen, dass ich zuhause keine Möglichkeit haben werde Frischwasser zu tanken. Es sei denn natürlich ich stapfe mit einer Trinkwasser-Gießkanne durch das ganze Haus und beglücke meine Nachbarn mit dem kühlen Nass auf dem Treppenabsatz! Also, keine Option!

Das könnte mich in die Versuchung bringen dem Wasser das Silbervlies hinzuzufügen, um so das Wasser auch während der Standzeiten frisch zu halten. Viele raten aber dazu, das Frischwasser trotzdem vor der Nutzung dann wieder zu erneuern. Der Vorteil in dieser Variante liege also einzig darin, dass man die Verkeimung des Systems verhindere bzw. reduziere.

Zwar würde ich mir den Luxus wünschen das Kaffeewasser aus dem Hahn zu nehmen. Doch finde ich den Gedanken, dabei Silber zu mir zu nehmen noch immer stark befremdlich. Um ehrlich zu sein, kann ich mir kaum vorstellen, dass es im mitteleuropäischen Raum notwendig ist, dem Wasser mit Chemie beizukommen. Mal ganz ehrlich: ich trinke doch auch zuhause das Wasser aus dem Hahn! Ohne abzukochen und ohne Chemie.

Sodass ich mich zu einer richtigen Lösung gerade noch nicht durchringen kann. Vielleicht entscheide ich mich für das Silbervlies. Und gegen das Nutzen des Wassers als ‚Trinkwasser‘. Nur zum Zähneputzen. In der Hoffnung so das System als solches im Van auf Dauer keimarm zu halten. Vielleicht entscheide ich mich auch ganz anders. Ich weiß es echt noch nicht!

 

Wie du siehst, ist das alles andere als ein leichtes Thema! Und was auch deutlich wird: so richtig weiß ich auch nach der Umfrage noch nicht, wie ich mit der Sache künftig umgehen will. Zu vielschichtig ist das Ganze. Und es gibt zu viele Abhängigkeitspfade. Vielleicht kannst du ja, gerne auch aus eigener Erfahrung, noch ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Schreib‘ doch mal hier unten in die Kommentare, wie du mit der Sache umgehst. Was du nutzt, für welche Zwecke du das Frischwasser verwendest und was du in der Zeit der Nicht-Nutzung deines Mobils machst. Das würde bestimmt nicht nur mir weiter helfen!

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten '9 to 5 job'. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

3 Gedanken zu „Umfrage-Ergebnis: wie geht ihr mit Frischwasser um?

  • 30. Juli 2017 um 17:33
    Permalink

    Hallo Mario,

    die heilige Diskussion um die Wassertanks, der Gral der WoMo-Fahrer 🙂

    Du hast das super auf den Punkt gebracht, genau die Nutzung des Wassers entscheidet wohl über „Mit und ohne Zusatzstoffe“.
    Nachdem ich den Wassertank mal von innen kontrolliert hatte und einen leichten Bewuchs (ziemlich schleimig) feststellte wurde erstmal mit Chlorix eine Grundreinigung durchgeführt und seitdem kommt bei mir flüssig-Silber rein, obwohl wir das Wasser nur zum Zähneputzen verwenden. Seitdem ist der Tank sauber geblieben. Ich bin halt etwas vorsichtig, Keime lieben mein Verdauungssystem …

    Antwort
  • 6. August 2017 um 11:33
    Permalink

    Hallo Mario,
    bei uns wird die Wasseranlage des Wohnmobils wie zuhause genutzt. Also Waschen, Zähneputzen, Kochen und trinken. Es wäre ein ziemlich großer Komfortverlust, wenn man das anders handhaben würde. Die Verwendung von Trinkwasser aus PET Flaschen ist auch nicht unproblematisch.
    Einmal im Jahr wird das System mit Chlorwasser gespült und der Tank über die große Öffnung gereinigt. Unterwegs mache ich die Beigabe von Silberionen von der Zapfstelle abhängig. Dabei spielt weniger die Wasserqualität eine Rolle, sondern die Anordnung der Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Das größte Problem sind nämlich meiner Meinung die Nutzer der Zapfstelle. Da wird dann schnell mal die Toilette zum Ausspülen an den Frischwasserhahn gehalten. Deshalb verwende ich zum Befüllen mit Frischwasser einen eigenen 20 Liter Kanister mit Zapfhahn. So kann ich auf Schläuche verzichten, die eingefüllte Menge erkennen und bei Bedarf die Silberionen genau dosieren. Wenn es erforderlich ist, kann ich 20 Liter Reservewasser mitnehmen, oder die Entkeimung erst einmal im Kanister wirken lassen, bevor das Wasser in den Tank kommt.
    Die inzwischen weit verbreiteten Gießkannen sind zwar praktisch, aber aufgrund ihrer offenen Bauweise auch sehr unhygienisch.

    Antwort
    • 6. August 2017 um 19:33
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      Hallo Gerhard,
      danke dir für deinen Erfahrungsbericht! Nur, irgendwie bin ich jetzt verwirrt. Nach allem, was ich weiß, wirken doch die Silberionen nur einer weiteren bzw. schnellen Verkeimung entgegen. Sie können aber nicht das Wasser „entkeimen“. Dazu bräuchte man dann chlorhaltige Produkte. Demnach würde doch das, so wie du es gerade nutzt, gar nichts gegen das Fehlverhalten einiger … netter Mitcamper… bringen?! Oder habe ich da jetzt etwas missverstanden?

      Danke & Gruß!
      Mario

      Antwort

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