Der Stellplatz #1 – Sportboothafen in Gravelines, Frankreich (Tipp für Fährfahrer)

Heute will ich dir und allen Fährfahrern da draußen einen Stellplatz-Tipp für Frankreich geben! Auf meinem letzten Roadtrip nach und durch Südengland habe ich nämlich schon früh morgens die Fähre von Dünkirchen (Frankreich) nach Dover (England) nehmen wollen. Um die Anreise dabei möglichst stressfrei zu gestalten, legte ich vorher eine Nacht einem Stellplatz ein. Und genau um den soll es hier gehen.

 

Wie ich auf den Stellplatz in Gravelines aufmerksam wurde

Ich wollte also früh morgens die Fähre ab Dünkirchen nehmen. Wieso eigentlich? Mit insgesamt 12 Reisetagen wäre die Zeit doch recht knapp. Schließlich wollte ich doch Südengland mit Devon und Cornwall erkunden. Also wollte ich versuchen, An- und Abreise zeitlich möglichst zu straffen. Der Plan war kurz anreisen um länger vor Ort zu reisen. Nun gut!

Es war ja schließlich auch gleich noch meine erste Reise im Kastenwagen. Und dann gleich mit Fähre. Wow, was für ein Abenteuer! Doch irgendwie war mir dabei nicht so recht geheuer, direkt beim ersten Mal in einem Fährhafen zu übernachten. Es wäre in Dünkirchen wohl möglich gewesen. Doch mir nicht wohl bei dem Gedanken. Also mussten Alternativen her.

Von vornherein schied meine bisher häufig genutzte Form des Campens aus: der Campingplatz. Für eine kurze Nacht war es mir schlicht zu teuer. Aber eben auch viel zu unpraktisch. Ich wollte am Vorabend recht spät anreisen und am Morgen früh abreisen. Schließlich ging die Fähre schon gegen 8.00 Uhr in der Früh!

Nachdem also Hafen und Campingplatz ausgeschieden waren und ich mit dem Campingplatz gleichermaßen auf den bisher bekannten ‘Luxus’ verzichtete, wollte ich es dann für die erste Nacht aber auch nicht zu sehr übertreiben. Ein Supermarkt-Parkplatz schied daher auch aus. Ich wollte das Mittelding wählen.

 

Mittelding bedeutet in diesem Fall Reisemobilstellplatz

Meine Recherche im Vorfeld ergab ja ohnehin bereits, dass die Aussichten auf Stellplätze in England nicht allzu gut sein würden. Viel zu selten sind dort nämlich die Plätze! Nicht und niemals nicht zu vergleichen mit Deutschland. Also gut, dann will ich mich doch wenigstens langsam heran wagen an das ganze Abenteuer und einen Stellplatz in Nähe der Fähre suchen.

Dank des Tipps vom Womoknipser bin ich also schließlich auf den Stellplatz in Gravelines aufmerksam geworden. Grund dafür war unter anderem auch, dass ich gerne möglichst wenig am nächsten Morgen würde fahren wollen. Schließlich sollten wir, wie man uns per SMS-Service mitteilte, statt der gewohnten 60 Minuten dieses Mal schon besser 90 Minuten vor Abfahrt am Fähr-Terminal einchecken. Grund war wohl die allgemeine Ferienzeit.

Mich hatte der Platz also wegen der Lage – von hier aus etwa 15 Minuten bis zur Fähre – aber auch dem Angebot überzeugt. 7 € für den Stellplatz pro Nacht war wirklich fair. Ver- und Entsorgung würde es auch geben, für weitere 2 €, also super!

Die Lage des Stellplatzes eignet sich für Fährfahrer ab Dünkirchen, als auch ab Calais

Der schöne Stellplatz liegt direkt am Sportboothafen von Gravelines. Graveliens wiederum liegt ziemlich genau zwischen Calais (im Westen) und Dünkirchen (im Osten). Laut maps soll es zu beiden Fähranlegern etwa gleich schnell zu fahren sein. Was also bedeutet, dass der Reisemobilstellplatz für Calais– wie Dünkirchen-Überfahrer gleichermaßen geeignet ist!

Blick vom Stellplatz auf den Sportboothafen in Gravelines, Frankreich. Tolle Lage und hier noch einen hübschen Sonnenuntergang erwischt.
Blick vom Stellplatz auf den Sportboothafen in Gravelines, Frankreich. Tolle Lage und hier noch einen hübschen Sonnenuntergang erwischt.

 

Achtung: Stellplatz und Ver- und Entsorgung sind getrennt voneinander!

Wissen muss man aber, dass die Ver- und Entsorgungsstation nicht in unmittelbarer Nähe zum Stellplatz ist. Die Ver- und Entsorgung befindet sich nämlich eben nicht am Sportboothafen, sondern etwa 3 Autominuten weiter ‘landeinwärts’. Ich kam aus Richtung Dünkirchen und konnte vor Anfahrt des Stellplatzes noch schnell Frischwasser tanken. Für 2 € bist du hier dabei: Frischwasser auffüllen, Grauwasser und Toilettenkassette entleeren. Der Camper ist hier wunschlos glücklich!

Übrigens: die Frischwasserzapfsäule ist, wie ich finde, eine der besseren Anlagen. Heißt also hier gibt es vor dem Frischwasserhahn so einen Metallbügel, der verhindert das irgend so ein Esel seine genutzte Kassettentoilette ranhält. Klarer Pluspunkt also! Normalerweise braucht man hier einen Wasserhahn mit 1-Zoll-Gewinde. Neuerdings nicht mehr: hurra, ich habe meinen gleich tags drauf dran vergessen.

Und das ging so: nach einer guten Nacht mit viel Schlaf bin ich morgens frühzeitig aufgebrochen. Schnell noch die Stufenkeile im Kofferraum verstaut und ab dafür! Da ich um die schlechte Stellplatzinfrastruktur in England wusste, aber noch keinen Plan hatte, wo ich möglicherweise die nächste Nacht verbringen würde, habe ich mich dazu entschlossen schnell noch auf dem Weg zur Fähre zu ver- und entsorgen. Den Frischwassertank wollte ich noch mal voll machen, Grauwasser und Kassette leeren. So weit so gut. Habe ich auch gemacht. Doch beim Verstauen des Schlauches habe ich wohl dann vergessen den Wasserhahn wieder abzuschrauben. Super brain! Na gut, was soll’s. Einen ehrlichen Camper wird’s freuen. 😉

Ganz rechts: unser Miet-Van. Daneben: viele andere Dickschiffe, die wenigsten davon sind deutschsprachig.
Ganz rechts: unser Miet-Van. Daneben: viele andere Dickschiffe, die wenigsten davon sind deutschsprachig.

 

 

Fazit – toller Stellplatz für die Durchreisenden

Alles in allem komme ich zu dem Ergebnis, dass der Platz wirklich toll ist. Gerade für Durchreisende eignet er sich natürlich perfekt! Außer uns standen noch eine ganze Reihe Dickschiffe umher. Womöglich haben die mich alle verflucht, als ich frühmorgens um 6 Uhr aufgebrochen bin. Nun gut, damit muss bzw. sollte man hier vielleicht besser rechnen. Schließlich ist der Stellplatz viel zu gut gelegen, als dass ihn Fährfahrer ungenutzt lassen sollten!

Preis-Leistung war hier natürlich auch tadellos. Der Ver- und Entsorgungsplatz ist wie gesagt auch vollkommen in Ordnung, auch der Preis war okay. Man muss eben bedenken und wissen, dass die V/E wenige Autominuten weiter ist und eben nicht direkt an den Stellplatz angegliedert.

Leider kann ich nichts zum Städtchen Gravelines selbst sagen. Zu kurz war nämlich die Zeit. Gegen 21 Uhr am Abend angekommen, morgens um 6 Uhr wieder weiter gefahren. Da war einfach keine Gelegenheit zum Ortsbummel.

Und trotzdem: den Stellplatz am Sportboothafen von Gravelines würde ich jederzeit wieder besuchen und weiter empfehlen!

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‘9 to 5 job’. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

5 Gedanken zu „Der Stellplatz #1 – Sportboothafen in Gravelines, Frankreich (Tipp für Fährfahrer)

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