Wie ein Buch besteht auch das Leben aus mehreren Kapiteln

Genau wie ein Buch besteht auch das Leben aus mehreren Kapiteln. Bevor ein neues anfängt, muss ein altes enden. Und damit will ich heute ein besonderes Kapitel in meinem Leben schließen.

 

Rückblende

14. November 2015. Ein grauer Novembertag. Nach Wochen der Recherchen rund um die Themen VW-Bus und Wohnmobil entschließe ich mich diesen Blog zu starten. Hier will ich gerne mein Wissen rund um das Thema weitergeben. Auch will ich von meinen Reisen berichten. Und gerne selbst einiges dazu lernen. Rund um das Internet und das Bloggen.

Fast 2 Jahre ist dieser Tag nun her. 2 Jahre in denen ich tatsächlich viel gelernt habe. Ich habe so einiges dazu gelernt. Viel wichtiger war aber immer, dass ich so einige tolle Leute habe kennenlernen dürfen. Manche nur sehr entfernt, andere dafür umso näher. Ein großer Teil meiner Freizeit hat sich in dieser Zeit auch rund um den Blog hier gedreht.

Ich habe viel recherchiert und geschrieben. Noch mehr verworfen und korrigiert. Einiges hatte ich auch noch zurück behalten. Und vieles für die Zukunft im Kastenwagen notiert und vorgemerkt. Um dir davon berichten zu können.

 

Ich lebe im Hier und Jetzt

Doch all das macht nun keinen Sinn mehr. Es gibt keine Möglichkeit mehr, diese Dinge im Kastenwagen zu erleben. Zumindest nicht im Moment. Nicht für mich. Wieso das so ist, kann, will und werde ich dir hier jetzt nicht im Einzelnen darlegen. Aber zumindest möchte ich es kurz anreisen. Dann fällt es leichter meine Entscheidung nachzuvollziehen.

Das letzte Jahr war für mich ein einziger Trubel. Es begann damit, dass ich einen meiner liebsten Menschen an eine Krankheit verlor. Dieser Abschied sollte meine Einstellung zum Leben verändern. Ich wollte aufhören Sachen und Träume zu schieben. Endlich beginnen Träume zu leben. Eine der Folgen war dann der Verkauf meines doch geliebten VW T3. Und der Kauf des Kastenwagens. Oder vielmehr verbindliche Bestellung.

Das war im Februar. Ende Juni wollten wir mit dem Wagen auf die ersten Reisen gehen. Dass daraus nichts wurde weißt du als treuer Leser längst. Dass das Fahrzeug bis zum heutigen Tage nicht da sein würde, konnte damals keiner ahnen.

 

Warten, Hoffen und Enttäuscht werden

Die letzten Wochen und Monate waren geprägt vom Warten, Hoffen und Enttäuscht werden. Mitten in diese Phase platzte dann auch noch eine Veränderung in meine private Lebenssituation. Statt in ‚wir‘ denke ich also nur noch in ‚ich‘. Leider traf mich auch das völlig unvorbereitet.

Am Ende standen nun viele Vorzeichen so ungünstig, dass ich entschied diesem Katz-und-Maus-Spiel, diesem ständigen Kreislauf aus Warten, Hoffen und Enttäuscht werden, ein Ende zu setzen. Ende Oktober sollte meine persönliche Deadline sein. Bis dahin käme der Wagen. Oder eben nicht.

Gut. Er kam nicht. Und jetzt wird er auch nicht mehr kommen. Damit kann ich leben. Und zu der Entscheidung stehe ich. Am Ende hat es eben vielleicht auch einfach nicht sein sollen. Vielleicht gibt es ja auch doch so etwas wie Schicksal oder eine andere, höhere Gewalt?!

 

Ohne Van kein #VANweh

Die unmittelbare Folge ist, dass es im Moment keinen Campingvan für mich geben wird. Und damit auch keine Möglichkeit weiterhin von Reisen im Van zu erzählen und zu schreiben. Da dies so oder so auch künftig extrem zeitintensiv gewesen wäre, hätte ich darüber nachdenken müssen entweder den Blog zu monetarisieren und ein Taschengeld damit zu verdienen. Oder die Artikel unregelmäßiger und kürzer zu gestalten.

Diese schwierige Wahl stellt sich mir jetzt aber nicht mehr. Kein Van. Kein Blog. Das ist die Konsequenz. Für mich die logische, und auch einzig richtige.

Ein Stück weit bin ich traurig. Dass es so kam. Dass alles so kam, wie es nun ist. Aber ich bin mit mir und der Situation im Reinen. Ich bin auch nicht gefrustet. Ich will nur einfach jetzt wieder Entscheidungen treffen und selbst aktiv beeinflussen können. Und dabei am liebsten gleich solche, mit denen ich mich wohl fühle und die mir logisch wirken.

Ich habe es ja eingangs erwähnt: das Leben ist wie ein Buch. Es besteht aus mehreren Kapiteln. Für mich haben sich in den letzten zwölf Monaten ganze drei Kapitel geschlossen. Drei Mal musste ich mehr oder weniger wehrlos zu sehen. Das vierte Kapitel will ich jetzt also selbst schließen. Durch aktives Zutun. Und so werde ich also #VANweh beenden.

Sicher werde ich die Seite noch einen Moment online lassen. Aber auch dieser Tag wird kommen, an dem es #VANweh nicht mehr geben wird. Besser wir gewöhnen uns alle schon mal an den Gedanken!

Ich habe also nun das vierte Kapitel geschlossen. Damit endet für mich auch gleichzeitig so etwas wie der Teil eines Mehrteilers. Das Ende hat aber immer auch etwas Gutes. Es ist immer auch der Anfang von etwas Neuem. Und genau so sehe und verstehe ich das. Ich musste dieses vierte Kapitel und diesen Teil nun beenden, um endlich an einem neuen Kapitel schreiben und es öffnen zu können.

Ich bin schon ganz gespannt, wo mich dieses neue Kapitel hinverschlagen wird. Was es für mich bereit hält und was es mit mir vor hat. Die Erfahrung #VANweh werde ich immer in meinem Herzen tragen und bei mir behalten. Jetzt will ich aber starten, wieder neu angreifen. In ein neues Kapitel und einen neuen Lebensabschnitt.

Am Ende darf ich mich bei dir, treuer Leser, Kommentator, Fragestellender und Supporter auf das Herzlichste bedanken. Für 2 Jahre in denen hier so vieles möglich schien. Vielen, vielen Dank! Für die Zukunft wünsche ich dir weiterhin nur das Beste und Alles Gute!

Dein Mario

 

Ps: achso, es klingt vielleicht alles hier etwas melodramatisch. Aber es muss sich niemand um mich Sorgen machen oder so. Mir geht es gut. Und mir wird es auch zukünftig gut gehen! Nur halt eben ohne Van und ohne #VANweh 😉

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‚9 to 5 job‘. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

12 Gedanken zu „Wie ein Buch besteht auch das Leben aus mehreren Kapiteln

  • 29. Oktober 2017 um 21:36
    Permalink

    Oh nein, das ist ja mega schade. Leg doch deinen Blog einfach mal ein paar Monate auf Eis. Und kauf dir nächsten Frühling einen schönen gebrauchten Kastenwagen. Wir haben deinen Blog immer total gern gelesen!!!
    Liebe Grüsse von Norditalien
    /Reto und Sabine

    Antwort
    • 30. Oktober 2017 um 8:49
      Permalink

      Hey danke ihr beiden. Vielleicht werde ich das ja genau so tun. Mal sehen. Aber den Blog lasse ich tatsächlich erst mal so liegen, man muss ja nichts überstürzen. Für den Moment fühlt es sich aber gerade besser an dies so auch klar zu kommunizieren. 😉 Mail folgt noch =)
      Beste Grüße!
      Mario

      Antwort
  • 30. Oktober 2017 um 17:23
    Permalink

    Hallo Mario, auch ich habe den Weg deines Blogs schon eine ganze Weile verfolgt. Seit du damals bei mir deinen ersten Kommentar hinterlassen und bei mir den Wunsch nach einem Van entfacht hast um genau zu sein.

    Ich kann deine Entscheidung sehr gut verstehen und würde mich freuen, wenn wir wieder von dir hören. Denn auch wenn ich noch keinen Van habe, so hab ich hier gerne gelesen um mir Lust auf einen solchen zu machen 🙂

    Viel Erfolg für deine Zukunft und hoffentlich bis bald. Du bleibst auf jeden Fall im meinem Reader, damit ich erfahre, falls du neu durchstartest 🙂

    Antwort
    • 31. Oktober 2017 um 10:56
      Permalink

      Hey Niklas,
      danke für den tollen Kommentar, den Zuspruch und auch deine Ausdauer immer wieder dabei gewesen zu sein. Und auch weiterhin dabei zu bleiben. Ich drücke dir die Daumen, dass du einen für dich passenden Van finden wirst.
      Für den Moment wünsche ich dir erst mal eine gute Zeit und weiterhin viel Erfolg mit Tripaphy! Auch ich bleibe dir an deinen „Fersen“. 😉
      Beste Grüße!
      Mario

      Antwort
  • 30. Oktober 2017 um 19:36
    Permalink

    Hallo Mario
    Lange nur „stille Leserin“ und dann innert kurzer Zeit zwei Kommentare von mir 😉. Schade, dass du deinen Blog beendest, verstehe jedoch deine Beweggründe und kann es sehr gut nachvollziehen. Wünsche dir all the best ob nun mit oder ohne VANweh. Machs gut und „heb der sorg“ wie es auf Zürichdeutsch so schön heisst.
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Fränzi

    Antwort
    • 31. Oktober 2017 um 10:58
      Permalink

      Hi Fränzi,
      auch dir vielen Dank für deine guten Wünsche. Glaube mir, ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Für den Moment ist es aber diese, mit der ich mich wohlfühle. Ich wünsche dir weiterhin alles, alles Gute. Vielleicht ist ja auch das roadtripgirl.ch für dich interessant. 😉
      Beste Grüße!
      Mario

      Antwort
  • 31. Oktober 2017 um 22:38
    Permalink

    Lieber Mario,

    das ist traurig zu hören. Aber wo sich die eine Tür schließt, da öffnet sich eine andere.
    Und wer weiß, vielleicht öffnet sich auch mal wieder die Campingtür und ein neues Kapitel wird geschrieben. Wobei es viele tolle Informationen hier gibt. Lass den Blog doch einfach bestehen und ergänze (vorerst) einfach nichts.

    Alles Gute für dich,

    Tanja

    Antwort
    • 1. November 2017 um 9:17
      Permalink

      Hey Tanja,
      schön von dir zu hören. Ich denke so werde ich das machen. Und ich gehe auch davon aus, dass sich eines Tages die Camping(Van)-Tür wieder öffnen wird! Aufgeschoben ist ja schließlich nicht aufgehoben. 😉
      Danke also für deinen Zuspruch und dein Folgen in der Vergangenheit!
      Auch für dich und euch alles, alles Gute und nur das Beste
      Mario

      Antwort
  • 1. November 2017 um 19:03
    Permalink

    Hallo Mario,

    auch von mir als „stiller Leserin“ ein großes Dankeschön für deine vielen, informativen Blogposts. Ich fand es sehr spannend, wie du uns im Laufe der letzten zwei (oder in meinem Fall 1,5) Jahre an der Entwicklung deines Blogs hast teilhaben lassen.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Liebe Grüße aus Franken,
    Lisa

    Antwort
    • 4. November 2017 um 10:58
      Permalink

      Hey Lisa,
      vielen Dank! Auch dir und dem Nordlicht weiterhin alles, alles Gute! 😉

      Beste Grüße
      Mario

      Antwort
  • 2. November 2017 um 9:51
    Permalink

    Mensch Mario!

    das Leben ist nun mal nicht so zu beeinflussen, wie wir uns das gerne wünschen oder gar vorstellen. Wie sagte ein großer CEO mal zu mir?

    „Wir haben einen Plan. Wenn Plan nicht passt, macken wir eine neue!“

    Den Blog aufgeben ist sicherlich eine Option, aber auch Deine Fotografie-Ambitionen verdienen eine Plattform. Deine Texte sind bereichernd und Deine Fähigkeiten, Dinge retrospektiv zu betrachten veranlassen mich immer wieder zu einem „Daumen hoch!“

    Wir sagen immer: „Halt die Worscht hoch!“ Das möchten wir Dir auch mitgeben.

    Antwort
    • 4. November 2017 um 10:59
      Permalink

      Hi Alex,
      deine Grußformel ist mir durchaus vertraut! 😉 Aber so oder so auch dir und euch ganz herzlichen Dank für die lieben Worte, wie auch die Unterstützung in den zurückliegenden Monaten und Jahren. Ich bleibe dem Labbefliescher sicherlich erhalten und werde weiterhin bei kawalife reinschauen. 🙂

      Ganz liebe Grüße!
      Mario

      Antwort

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