Gardasee, die alte Liebe – 6 Tage hart am Wind

Mit lautem Rauschen schneidet der Wind das eiskalte Wasser des Gardasees. Draußen auf dem See erinnern fluffige Schaumkronen auf den Wellen an die Sahne auf dem gerade noch verspeisten Eisbecher. Surfer und Segler jagen über das wilde Nass.

So wild die Szenerie auch wirkt, um so erfrischender ist sie. Schließlich hat es an diesem Tag gut 32 Grad in der Sonne. Der Wind sorgt für den kühlen Kopf. Ein schöner Frühsommertag. An diesem Samstag Ende Mai 2017. Brückentag und die unruhigen Zeiten in so manchem Land tragen Schuld daran, dass wir Teil dieser Szenerie werden.

 

Kurzurlaub – Sonne tanken für den schmalen Taler

Die Idee für den Kurzurlaub um das Christi Himmelfahrt Wochenende entstand schon, als ich dir von der günstigen Brückentagskonstellation 2017 berichtete. Doch wohin es gehen würde, war lange ungewiss. Wir wollten uns diese Frage bewusst offen halten. In der Hoffnung vielleicht sogar schon den neuen Kastenwagen einweihen zu können. Doch vorweg: dem war nicht so.

Nach, oder besser schon während, unserem letzten Wochenendtrip in den Schwarzwald war für uns dann klar: wir müssen raus! Und zwar auch mal aus Deutschland. Schließlich hatten wir gerade erst ein Wochenende mehr oder weniger vollständig bei Regen und Kälte verbracht. Jetzt wäre mal wieder Sonne angesagt.

Nachdem wir also das Ziel Sonne definiert hatten und der Van noch nicht unser war, machten wir uns auf die Suche. Nach tollen Reisezielen für 6 Tage Urlaub. Voller Sport, Spaß, Spannung und warmen Temperaturen. Was wir bis dahin nicht wussten – es würde alles anders kommen als gedacht.

Reisezeitraum und -dauer schienen gar nicht schlecht gewählt. Eine (vorerst letzte?) Flugreise würde sich doch anbieten. Da der Kasten bald aber wirklich dann kommen würde, sollte das Urlaubsbudget nicht allzu üppig ausfallen. Lieber den Ball etwas flach halten.

Die Recherche im Internet und Reisebüro führte dann dazu, dass wir all unsere Pläne kurzerhand umwerfen mussten. Entweder passten die Ziele nicht zu unserem Budget oder die Flugzeiten würden die Reisezeit massiv verkürzen. Ich besann mich meiner Begeisterung für den norditalienischen Gardasee.

 

Miet’ mal ein Mobilheim – Camping-Flair in vier Wänden

Da gerade kein Van zur Hand und Zelten partout nicht der favorite meiner Holden, entschieden wir uns dazu ein Reisemobilheim zu mieten. So könnten wir den See auf eigene Faust erkunden, maximal flexibel in Ort und Zeit und zudem noch günstig obendrein. Anfahrt mit dem Auto – weil Zug eher unflexibel und eher schlechte Verbindung ab der Haustür.

Camping Serenella Bardolino Bungalow Reisemobilheim Siedlung Campingplatz
Die gemütliche Bungalow Siedlung auf dem Family Camping Serenella – überraschend ruhig und sehr angenehm

 

Wir starten also am frühen Dienstagmorgen. Oder besser mitten in der Nacht. Wohin? Achja, da war ja was! Es ist wirklich nicht zu fassen und – Hand auf’s Herz – nicht gefaked! Ich rede hier häufiger mal vom Zufall. Wen wundert’s also, dass er auch heute wieder eine Rolle spielt?!

Es kam wie es kommen musste. Bei der Suche nach Reisemobilheimen nutzte ich eine Plattform von Eurocamp. Und siehe da: just auf dem Platz, wo wir schon zwei Mal waren, wären noch die schönsten und günstigsten Hütten frei! Unglaublich.

Also ab nach Bardolino am schönen Gardasee, zum Family Camping Serenella. Zumal wir wussten, dass das eine sichere Bank sein würde. Wir kennen Ort und Umgebung, fühlen uns wohl dort. Die stets sauberen Sanitäranlagen – um die wussten wir ja auch. Warum also nicht.

 

Faulenzen kann jeder – Windsurfen nicht!

Bei dem Gedanken daran, ob wir lediglich ausspannen oder uns auch aktiv betätigen wollen, erinnerte ich mich gleich wieder an meine Ziele für den Sommer 2017. So wollen wir unsere Windsurf Skills weiter verbessern. Nichts läge also näher als die Zeit am Lago zum Windsurfen zu nutzen. Zumal die Winde am Gardasee berühmt berüchtigt und Grund für das Surf-el-Dorado sind.

So kam es dann, dass wir noch einen 3 tägigen Auffrischerkurs absolvierten. Seit dem Anfängerkurs letzten Sommer auf Zingst hatten wir nicht mehr auf dem Brett gestanden. War ja auch Winter und Schmuddelwetter. Doch jetzt gleich Material leihen und alleine rauf auf’s Brett? An einem Spot den wir nicht kennen? Nein, das kam wahrlich nicht in Frage.

Wir buchten also bei GardaSurf in Brenzone einen Auffrischerkurs. Dieser Spot ist von Bardolino aus noch einer der nächsten in nördlicher Richtung. Und weil das so ist, ist hier der Wind um die Mittagszeit (Ora) meist am Besten. Sicherlich wäre Torbole vielleicht noch etwas spannender gewesen. Aber für den Anfang wollten wir es ja auch nicht gleich wieder übertreiben.

 

3 Tage hart am Wind wirken Wunder!

Und der Kurs hat sich wirklich gelohnt! Steuern und schnelle Wende waren hier noch mal Thema. Auch konnten wir mehr Vertrauen in Board und unser Tun gewinnen. Bei vernünftigen Windbedingungen fuhren wir dann auch mal etwa 300 Meter auf den See hinaus. Das war wichtig für den Kopf! Zu wissen, dass man raus und auch sicher wieder zurück kommt. Quasi alleine.

So haben wir dann auch die Zeit schnell herumbekommen. Leider viel schneller als geplant. Wie das nun immer mal so geht. Aber: wir konnten auf jeden Fall mal richtig ausspannen, Sonne und Zeit genießen. Und unsere Skills im Windsurfen nicht nur auffrischen, sondern sogar deutlich verbessern! Jetzt wollen wir diesen Sommer vielleicht gleich noch mal auf’s Brett. Vermutlich nicht noch mal direkt am Gardasee, vielleicht wieder an einem anderen Spot. Mal sehen.

 

Fazit – Camping im Bungalow kann so herrlich entspannend sein!

Wir genossen also für 6 Tage Land und Leute. Teilweise mit steifer Briese, teils aber auch bei ordentlicher Sommerhitze. Insgesamt also eine tolle Zeit. Der Duft von Pizza und Pasta, die Kühle von Speiseeis und eiskalten Cocktails – all das zauberte eine herrliche Atmosphäre von summer feeling. In Bella Italia.

Gardasee Italien Bardolino Port Sonnenuntergang Anker Garda
Auch beim Sonnenuntergang lässt es sich in Bardolino nahe des Hafens gut aushalten.

Persönlich können wir auch resümieren, dass das Campen in einem Reisemobilheim oder Bungalow wirklich eine tolle Alternative zum Zelt sein kann! Natürlich kommt es an den Campervan nicht heran 😉 aber das haben wir auch gar nicht erwartet. Der große Vorteil gegenüber dem Zelt steht vor allem in dem festen Kühlschrank und dem Zwei-Platten-Kocher. Zudem heizt sich so ein Bungalow meist nicht ganz so extrem auf wie ein Zelt es tut.

Sommer 2017 – wir kommen! In den nächsten Tagen stehen zwar erst mal andere Projekte als das Reisen an. Diese kommen aber gerade recht. So kann ich wenigstens Neugierde und Vorfreude auf den neuen Van noch ein wenig unterdrücken. Insgeheim freu’ ich mich aber schon wie Bolle. Sommer 2017, es wird Zeit! Und, mein lieber Gardasee, lass dir gesagt sein: wir kommen wieder!

 

Du hast auch schon Erfahrungen mit dem Campen im Bungalow gesammelt? Vielleicht sogar am Gardasee? Und hast Lust davon zu erzählen? Was du erlebt und gesehen hast? Oder ob du es weiter empfehlen würdest? Dann hau’ es einfach hier unten in die Kommentare!

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‘9 to 5 job’. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

5 Gedanken zu „Gardasee, die alte Liebe – 6 Tage hart am Wind

  • 2. Juni 2017 um 22:27
    Permalink

    Windsurfen am Gradasee ist meine Kindheit! Wir sind dort jedes Jahr hingefahren, immer mit einem selbst ausgebauten Bus. Das war eine geile Zeit. Abends saßen alle an der Surfstation und haben Robby Naish-Filme geguckt und ich kleiner Stepcke mittendrin. 🙂
    Und ob dus glaubst oder nicht, ich bin die letzten Tage am herumüberlegen, ob wir im Sommer ein paar Tage am See verweilen sollen. Mal sehen, ob wir das machen. Bis jetzt ist mir Italien zur Hauptsaison zu teuer, aber vielleicht finde ich ja noch was.

    Viele Grüße
    Marc

    Antwort
    • 3. Juni 2017 um 9:22
      Permalink

      Hey Marc,
      schön von dir zu hören! Das klingt ja nach einer grandiosen Kindheit! 😉 Aber es stimmt natürlich, dass es zur Hauptsaison dort sicherlich teurer sein wird. Aber – schlimmer als teuer – es wird gewiss auch noch voller sein! Das sollte man sich dann schon gut überlegen. Da steht zu befürchten, dass man sich nur noch durch Menschenmengen schiebt. Ich weiß nicht.
      Beste Grüße zurück!
      Mario

      Antwort
  • 4. Juni 2017 um 21:57
    Permalink

    Surfen wäre mal wieder was… bin ewig schon nicht mehr auf dem Brett gestanden. Wie würdest Du es nun beschreiben – klappt’s auch als Surfer eher in der Anfänger-Klasse am Gardasee ganz gut? Oder würdest Du eher einen anderen See empfehlen?

    Antwort
    • 5. Juni 2017 um 10:19
      Permalink

      Hi Gerhard,
      also wie beschrieben – auch wir sind absolute Anfänger! Für uns war das Revier bei Brenzone (Ost-Ufer; etwas südlich von Malcesine) von den Bedingungen insgesamt her deutlich einfacher als Zingst an der Ostsee. Man hatte deutlich weniger Wellengang als an der Ostsee; auch war der Wind bei weitem nicht so böig, sondern meist schön beständig. Wenn auch am letzten Tag etwas weniger stark. Ich denke also, dass man hier sehr wohl auch als Einsteiger Spaß haben und sein Können aufbessern kann. Zu bedenken gebe ich aber auch: die allermeisten Strandabschnitte sind hier steinig. Wer das nicht mag, der wird’s hier “schwer” haben und sollte dann vielleicht doch besser anderswo surfen gehen.
      Wegen der Örtlichkeiten bzw. Surfspots um den See: in Brenzone ist nahezu tote Hose; scheint aber auch nicht DER Spot zu sein. Berühmter ist da natürlich schon Malcesine und vor allem Torbold. Dementsprechend würde ich erwarten, dass es dort auch deutlich voller sein dürfte. Aber dennoch: gerade dort gibt es auch genügend Surfstationen mit Leihmaterial. Auch für Anfänger.
      Viel Freude bei der weiteren Planung einer Surf-Reise. 😉

      Beste Grüße!
      Mario

      Antwort
  • 6. Juni 2017 um 21:41
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    Danke Dir Mario! Steine sind für mich kein Problem am Strand. Ich möchte, wenn möglich, eh am Surfbrett bleiben. Und nicht zu voll ist auch ideal. 🙂

    Antwort

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