Ich packe meine Fototasche und nehme mit… In 3 Tipps zur richtigen Tasche

3 Tipps wie auch du deine Fotoausrüstung auf Reisen transportfähig machst!

Sicherlich kennt das jeder noch, dieses Spiel aus den Kindergartenzeit „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“. Man sitzt im Kreis und der Erste beginnt die Formel aufzusagen. Die funkelnden Augen verraten den Stolz, mit welchem die Kinder berichten, was sie so alles auf ihre Reise mitnehmen. Doch ist es zu Beginn noch relativ überschaubar, was es alles „mitzunehmen“ gilt, so wird es bei Fortschreiten des Spieles immer schwieriger sich die ganzen Utensilien zu merken. Geschweige denn die Reihenfolge, in welcher diese in den Koffer eingepackt werden! Damit du bei deiner nächsten (Foto-)Reise nichts vergisst, zeige ich dir hier was bei mir so alles den Weg in meinen Fotorucksack findet.

Wieso du dir überhaupt Gedanken über’s Packen machen solltest

Genau wie bei dem Kinderspiel, wo es mit zunehmender Gruppengröße schwieriger wird sich die einzelnen Gepäckstücke zu merken, so ist es nunmal auch mit der Fotografie: am Anfang hat man bis auf eine Kamera und ein, zwei Objektive eigentlich kaum etwas was man auf Reisen vergessen könnte. Doch ist man erst mal von der Fotografie angefixt, geht es Schlag auf Schlag: es folgen häufig ein Akku, ein, zwei zusätzliche Speicherkarten, hmm ein Blitz wäre auch nicht schlecht, ein Weitwinkelobjektiv bräucht‘ ich noch und erst recht natürlich die tolle Festbrennweite! Schnell wächst das Equipment auf ein schier unüberschaubares Maß. Schneller als ein gefräßiger Welpe erreicht es einen Umfang, den es zu sortieren gilt. Und nicht jede Situation erfordert jedes Equipment. Gerade beim Reisen wird das Fotozubehör zumeist durch beschränkten Platz im Auto oder vorgeschriebene Maße durch die Airline begrenzt. Daher:

 

Tipp Nummer 1 – Reduziere dich auf das Minimum!

Überlege dir noch weit vor Reiseantritt, was du vor Ort fotografieren möchtest. Dabei kannst du zwar auch schon in die Detailplanung gehen (wann wirst du an welchem Ort was genau fotografieren?), ich lasse das jedoch lieber etwas auf mich zukommen. Zunächst mache ich mir ein, zwei Gedanken zu Ort, Umgebung und den örtlichen Gegebenheiten und lege mich auf ein, zwei Themen fest. Bin ich zum Beispiel in einer großen Stadt lege ich mich gerne auf mein Standardzoom und die 50mm Festbrennweite fest. In eher ländlichen Gegenden weiß ich, dass ich mich zum Großteil im Bereich Landschaftsfotografie bewegen werde und greife hier häufig zum Standardzoom (wegen Weitwinkeligkeit) und vielleicht einem Telezoom. Die Festbrennweite bleibt dann meistens daheim. Ebenso auch der Blitz.

Nicht nur, dass du dir mit diesem Tipp unnötigen Ballast ersparst. Nein, du grenzt dich und deine Ausrüstung von vornherin ein wenig ein. Mir persönlich hilft das sehr mich auf das Wesentliche zu fokussieren. Halte ich mir mit der Technik zu viele Möglichkeiten offen, weiß ich häufig nicht wo ich anfangen soll. Habe ich jedoch eine Vorauswahl getroffen bleibt mir nichts anderes übrig außer mit dem Reisegepäck zu arbeiten! Oder eben nicht, wobei das keine Alternative ist.

Tipp Nummer 2 – Spare nicht an der passenden Tasche!

Nachdem du nun also fleißig aussortiert hast und dich auf das Wesentliche beschränkt hast, stehst du wohl noch immer vor jeder Menge Krimskrams. Kamera, Objektiv(e), Aufsteckblitz und Zubehör, Ersatzakkus, Speicherkarten, Ladegerät(e), Reinigungszeugs, Fernauslöser, Stativ und und und. Das alles breitet sich noch immer vor deinen Füßen aus. Jetzt gilt es all das vor dir Liegende einzupacken. Und zwar so einzupacken, dass auf der Reise nichts beschädigt wird, aber dass du trotzdem – möglichst jederzeit – an deine Ausrüstung ran kommst. Bedenke, dass die Technik nicht nur bei der Reise von A nach B geschützt werden mag. Nein, auch vor Ort will all das Zeug gut behütet und vor Umwelteinflüßen, spitzen Kanten und langen Fingern geschützt sein.

Du musst daher für dich die richtige Tasche finden, die einerseits Schutz bietet und andererseits auch noch bequem ist. Möglicherweise wirst du sogar zwei oder mehr verschiedene Taschen brauchen. Zum Beispiel nutze ich einen großen Fotorucksack um zu Hause alles vor Staub zu schützen und auf Tagesausflüge bzw. Photowalks mitzunehmen. Wenn ich jedoch mit dem Flugzeug reise ist dieser Rucksack schlicht zu groß, sperrig und meist nicht konform mit den Handgepäckmaßen. Dann nutze ich ganz gerne eine Schultertasche oder auch Messenger Bag genannt. Das ist noch nicht mal eine spezielle und extra teure Fototasche. Eine stink normale Tasche mit „Kamerainlay“, also eine mit Filz überzogene Schaumstoffinnentasche, tut es auch! Besonderes Plus: die geneigten Langfinger erkennen im ersten Moment nicht, dass sich hier mehrere hundert oder gar tausend Euro teures Fotoequipment drin ausruht. Bis sie es merken habe ich meine Kamera längst in der Hand und der Dieb es schwer. So hoffe ich zumindest!

Extra-Tipp für Flugzeugreisende

Wie du siehst, kann eine Fototasche viele Zwecke erfüllen. Häufig wird jedoch Größe und Gewicht der Tasche und des Inhalts durch Umstände vorgegeben, die du nicht beeinflussen kannst. Ich kann dir daher raten mindestens eine gute Tasche zuzulegen. Für Flugzeugreisende sei noch folgender Trick ergänzt: holst du die Kamera am Flughafen aus dem Handgepäck heraus, dann kannst du a) im Handgepäck mehr zu laden, hast dort b) mehr Platz und c) startest du so mit mega coolen Aufnahmen in den Urlaub. Jedenfalls habe ich bisher noch nicht erlebt, dass man die über die Schulter hängende Kamera nicht als zweites Handgepäckstück durchwinken würde.

Das Taschen-Thema ist sehr inviduell und Geschmackssache

Wir waren bei einer Tasche. Ich persönlich bin bei zwei. Eine ist etwas hochwertiger und eine sehr preiswert. Ein weiterer Tipp beim Taschenkauf: mach dich frei vom Preis! Eine teure Tasche muss nicht das non-plus-ultra-Ding sein. Aber eine sehr günstige könnte ein Indiz für mangelnde Verarbeitung sein. Könnte! Wichtiger noch als der Preis ist DEIN Gefühl! Daher heißt es anfassen, auspacken und probetragen. Als ich seinerzeit meinen Rucksack online bestellt habe, konnte ich diesen vorher natürlich nicht begutachten. Daheim angekommen, Paket ausgepackt und erster Eindruck: „Wow, ist der riesig!“ Und in der Tat hat sich dieser erste Eindruck nach wie vor bei jeder Gelegenheit bestätigt. Aber wie gesagt, für meinen Zweck tut er’s und ich kann damit sehr gut leben, weil ich entsprechenden Ersatz für Backpackreisen habe. Wenn man jedoch einen Rucksack für alles sucht, wäre er eher ungeeignet.

Das Finden der passenden Aufbewahrungsgelegenheit für deinen Kamerafundus ist also eine sehr individuelle Sache. Lass dich hierbei nicht von Preisen und Kundenmeinungen irritieren. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der 300 Euro teure Rucksack des Hobbbyfotografen von nebenan für dich völlig ungeeignet und du wärest mit einem Messenger Bag für ein viertel des Preises viel glücklicher. Und denk immer dran: überall wo die großen Namen der Foto-Zubehör-Hersteller drauf prangern kreisen auch die Aasgeier (Langfinger).

Tipp Nummer 3 – Eine Kamera im Rucksack macht noch keinen Fotografen!

Zu guter letzt möchte ich an dieser Stelle einmal ein Zitat einspielen. Nämlich eines des großen, französischen Malers Paul Cezanne. Und das geht so:

„Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet“. – Paul Cezanne

Was ich dir damit sagen möchte ist nicht viel mehr, als dass es eigentlich egal ist mit welchem Equipment du herum rennst und wie viel Taler du hierfür eingetauscht hast. Es ist schlichtweg nicht entscheidend. Wer morgens nicht aus den Puschen kommt, weil er noch drei Mal seine teure Tasche checkt und seine noch teurere Kamera laden muss, der wird nie ein großes Foto machen. Der gut Organisierte mit weit weniger und vermeintlich schlechterer Ausrüstung wird das Bild machen! Daher such‘ dir das für dich passende Kamerazubehör. Das bedeutet, dass du auch eine Tasche brauchst, mit der du dich zurechtfindest und die dir auf Wanderungen nicht nach 2 km das Weitergehen unmöglich macht, weil du Rückenschmerzen hast. So du denn Wandersmann bist. Ich selbst habe auch noch eine Tasche, die man über eine Schulter zieht. Extrem praktisch um während des Laufens an die Kamera zu gelangen. Extrem unpraktisch in puncto Passform und Bequemlichkeit.

Fazit – Wer eine Reise tut packt nur das Notwendigste in die passende Tasche

Achte also stets darauf, dass du nur so viel mitnimmst, wie ohne Gewalt in deine Tasche geht. Überlege dir vorher welche Ausrüstung du vor Ort brauchst. Und mache dir Gedanken, was du überhaupt fotografieren möchtest. Passe dann deine Ausrüstung an. Und wähle dann eine Tasche, die all das Zeug beherbergen kann. Außerdem muss sie die vielleicht vorgegebenen Gepäckmaße erfüllen. Aber vor allem muss sie eines: zu dir passen. Optisch, ergonomisch und volumentechnisch. Budget ist egal. Behaupte ich zumindest. Meine Erfahrung zeigt mir, dass man in jedem Budget eine Tasche finden kann, die zu einem passt. Wichtig ist, dass du dir nicht eine Tasche kaufst weil sie ins Budget passt. Wenn sie nicht ins Budget passt, dann musst du noch ein wenig sparen. Und nicht eine Tasche kaufen, die nicht deine Anforderungen zu erfüllen vermag. Denk immer dran: wer billig kauft hat nicht zwei Mal gespart, sondern kauft schlichtweg doppelt!

Welche Tasche nutzt du? Umhängetasche, Rucksack, „Colt“? Oder nutzt du überhaupt gar keine? Wie packst du auf Reisen, was geht alles mit? Schreib‘ doch hier unten in die Kommentare und teil‘ uns deine Sicht der Dinge mit! Danke und bis zur nächsten Blogpost, dein Mario

 

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‘9 to 5 job’. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

8 Gedanken zu „Ich packe meine Fototasche und nehme mit… In 3 Tipps zur richtigen Tasche

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