Das erste Mal

Das erste Mal ist ja immer etwas Besonderes! Schließlich hat man es noch nie vorher gemacht. Man hat keine Erfahrung, keinen Vergleich und auch vom Gefühl her kann man es schlecht einschätzen, wie es so lief. Man meint es sei ganz gut gelaufen, es hat nicht zu kurz, aber auch nicht zu lange, gedauert. Die Person gegenüber macht einen zufriedenen Eindruck. Aber sie lässt sich trotzdem nichts entlocken. Kein Lob, kein Anzeichen der Erleichterung – aber auch keine Kritik. Und so entlässt man sich gegenseitig in den Alltag.

 

Worum es heute geht

Natürlich hast du es längst erraten, worum es in der heutigen Blogpost geht: natürlich, die Portrait-Fotografie! Und heute will ich mal einen recht persönlichen Eindruck geben. Und wie immer offen und ehrlich zu dir sein! Denn ich habe es noch nie getan. Noch kein Portrait- oder sonstiges Shooting mit einer mir fremden Person gemacht. Außer vielleicht mal mit der eigenen Freundin. Aber das ist was anderes und waren auch mehr Aufnahmen aus der Kategorie Schnappschüsse. Aber so ein richtiges Shooting, in dem ein Model eine gewisse Leistung erwartet und für das man sich extra trifft, hatte ich noch nie.

 

Der liebe Freundeskreis

Doch wie das ja nun mal so ist: interessiert man sich ein wenig für die Fotografie bekommt das häufig auch der Freundeskreis spitz. Man kann es ja schließlich kaum verbergen. Doch ist dem Freundeskreis dann, wenn er eigene Interessen verfolgt, relativ egal, was man so für gewöhnlich fotografiert. Man denkt, wer regelmäßig fotografiert – Landschaften, Natur, Stillleben – der kann auch klasse Portraits aufnehmen! Hmm…

 

Warum ich nun in der Klemme sitze

Ich bin fast geneigt zu sagen, dass genau das auch in meinem Freundeskreis nun leider der Fall ist. Leider! Warum leider? Nunja, ich würde nicht von mir behaupten wollen, dass ich das Superequipment für Portraits hätte und schon mal gar nicht, dass ich mich sicher fühlen würde ein Model durch ein Shooting zu führen. Und doch bleiben die Freunde hartnäckig! Nochmals leider. Denn leider wollen die Freunde nicht nur ein “gewöhnliches” Portrait – also mit einer Person – nein, ein Gruppenfoto soll es gleich werden. Jetzt sitze ich nun doppelt in der Klemme!

 

Wie man mich dort hin bekommen hat

Es ist definitiv nicht so, dass ich keinerlei Interesse an Shootings, und speziell an diesem konkreten Gruppen-Ding hätte. Doch fühle ich mich alles andere als gut darauf vorbereitet. Das habe ich auch so klar kommuniziert! Doch hilft es nichts: die Mädels sind nicht davon abzubringen. Ganz im Gegenteil: sie haben teilweise auch angeboten vor und/oder nach dem Gruppenfoto auch für Einzelshootings zur Verfügung zu stehen. Zum beiderseitigen austesten. TFP also. Verdammt. Ich bin angefixt.

Das (halbwegs) Lustige an der ganzen Geschichte ist ja, dass ich mir für nächstes Jahr (2016) vorgenommen hatte, den ersten Schritt in Richtung eines Shootings zu wagen. Im Vorgriff hatte ich bereits hier und da im Netz Artikel, Posts und Foren nach TFP-Shootings durchstöbert. Und urplötzlich, quasi aus dem Nichts, dann ein Tag vor Weihnachten die Anfrage, ob ich dieses Gruppenfoto machen würde. Oder besser gesagt mehrere Fotos. In der Gruppe. Und bei Lust und Laune auch Einzeln. ‘Ähh… ja… cool!’

 

Wie ich nun wieder herauskomme, aus der Klemme

Da es so gut zu meinem persönlichen Ziel für 2016 passt, endlich einmal einen kleinen Schritt in Richtung People-Photography zu machen, werde ich die Gelegenheit wahrnehmen. Ich werde die Herausforderung annehmen. Wie ein Mann. Doch wie soll ich mich darauf vorbereiten? Habe ich überhaupt genug Zeit? Zu welchen Konditionen läuft das Ganze ab? Schweißperlen treten mir auf die Stirn. Doch dann der entscheidende Satz: “Mach dir mal keinen Stress. Das Shooting wird eine Art Gutschein für eine Freundin zum Geburtstag. Die Bilder möchten wir machen wenn das Wetter freundlicher ist. Irgendwann im Frühjahr. Spätestens zum Sommeranfang.” – Puh!

 

Ich bin auf deine Hilfe angewiesen!

Und jetzt kommst du ins Spiel! Heute ist alles ein wenig anders, wie du gemerkt hast. Ich habe heute keinen Tipp für dich parat. Vielmehr hoffe ich auf einen Tipp von dir – für mich.

Wir haben Weihnachtsferien. Alles ruht. Und doch bin ich umtriebig. Denn ich brauche Hilfe. Deine Hilfe! Wenn du Erfahrungen im Bereich der People-Fotografie und Shootings hast oder gar der Meister der Gruppenfotos bist, dann hilf mir bitte! Hilf mir dabei mich auf das Shooting vorzubereiten!

Ich würde gerne von dir wissen, welche Videos, Tutorials, Bücher oder sonstigen Lernhilfen dir Unterstützung gegeben haben dich im Bereich der People-Fotografie zurecht zu finden. Wie ist dir der Einstieg in das Thema gelungen? Und worauf sollte ich als blutiger Anfänger denn besonders achten? Gerade beim ‘ersten Mal’? Mein Ziel ist es ein ordentliches Ergebnis abzuliefern und mich dabei nicht als Stümper zu geben. Andererseits erwarten die Mädels auch keine perfekten Profi-Aufnahmen. Beide Seiten wissen also sehr wohl, womit sie es zu tun haben. Deine wertvollen Tipps kannst du gerne hier unten in die Kommentare posten. Dafür darf ich mich bedanken und bis zum nächsten Mal verabschieden, wenn ich dann wieder Tipps für dich habe! Bis denn, Mario

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‘9 to 5 job’. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

10 Gedanken zu „Das erste Mal

  • 28. Dezember 2015 um 15:02
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    Lieber Mario,
    ich kann deine Panik verstehen, aber dir auch versprechen, dass sie während des Shootings sehr schnell abklingen wird. Als ich angefangen habe, mich mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen (vor allem Porträt-Fotografie von Frauen), habe ich bei Youtube vor allem Videos von Sue Bryce angeschaut. Sie weiß am besten, wie man eine Frau richtig in Szene setzt. Gruppenfotos mag ich nach wie vor nicht besonders, aber da kann ich dir zum einen den Tipp geben, die Videos zum Thema Hochzeitsfotografie anzugucken, da dabei die Gruppenfotografie ja auch immer eine Rolle spielt und zum anderen: fang mit eher geposten Fotos an bis ihr euch alle etwas entspannt habt und dann lass die Mädels ein bisschen miteinander plaudern, spazieren gehen, etc. so als wärst du gar nicht da. Das gibt auf jeden Fall sehr schöne natürliche Schnappschüsse und fängt ihre Gruppendynamik ein. Auf gutes Gelingen!
    Liebe Grüße
    Elisa

    Antwort
    • 29. Dezember 2015 um 10:11
      Permalink

      Liebe Elisa,
      vielen Dank zunächst, dass du dir so viel Zeit für diesen langen und ausführlichen Kommentar genommen hast! Auch dafür, dass du mir die Angst zu nehmen versuchst. 🙂 Sue Bryce ist ein guter Tipp, da werde ich in den kommenden Tagen mal die diversen Videos anschauen. Sehr gut gefällt mir die Idee, zuerst zu posen und dann etwas natürlicher und lockerer an die Sache ran zu gehen. Das werde ich so versuchen. Mal gespannt ob’s gelingt.
      Beste Grüße
      Mario

      Antwort
  • 28. Dezember 2015 um 18:26
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    Moin!
    Schau doch mal auf den YouTube Kanal von Mike Brown (https://www.youtube.com/user/photoexposed/videos) – er deckt dort extrem viele Bereiche der Fotografie ab – Dinge wie Location, Posing und Licht sind auch dabei. Ich selber habe mich in Portraitfotografie auch nur bei meiner Freundin geübt, bin also da auch sehr unerfahren. Aber der Kanal ist wirklich sehr gut und ermutigt sehr, die Dinge einfach auszuprobieren. Ich denke, das ist der Punkt – einfach ausprobieren, Fehler machen, nochmal probieren – du musst ja (noch nicht?!) von der People Fotografie leben!
    Viel Freude!

    Antwort
    • 29. Dezember 2015 um 10:18
      Permalink

      Moin auch Patrick,
      auch dir vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Kommentar! Auch Mike Brown werde ich mir zu Gemüte führen – das verspricht ein langer Videoabend zu werden! 🙂 Und nein, ich habe in keinster Weise vor jemals von Peoplefotografie leben zu müssen. Also alles nur “just for fun”.
      Viele Grüße!
      Mario

      Antwort
  • 29. Dezember 2015 um 8:48
    Permalink

    Zuerst mal cool bleiben, dann sind die Schweißperlen weg. Tipps zum Posing kann ich Dir leider nicht anbieten, das liegt mir nicht und das vermeide ich, wann immer es geht. Meine Portraits sind aus der Situation heraus – wie bei einer Reportage. Da sind die Menschen entspannt und sehen dementsprechend natürlich aus.
    Kürzlich stand ich vor dem gleichen Problem. Kleine lockere Gruppe, und alle, auch ich, sollten drauf sein. Kamera aufgestellt, eingestellt und mit einem Timer jeweils 20 Fotos im Sekundentakt auslösen lassen. Nun haben mir viele Bilder gut gefallen; da habe ich einen Film draus gemacht. https://www.dropbox.com/s/6ap5g8mgnwaan0v/Gruppenfoto.avi?dl=0
    Will damit sagen, dass Du im Freundeskreis immer gute Fotos machen wirst, weil die Stimmung passt.
    Evt. noch einen Buchtipp: „Lightning Art of Celebrity and Editorial Photography“ von Michael Grecco
    http://www.michaelgrecco.com/
    Es ist kein typisches Portrait Buch, aber hier ist die Lichtsetzung gut dokumentiert und die Fotos sind nicht „von der Stange“. Ich hab mal ein Seminar bei Michael besucht und am meisten hat mich seine Ruhe beeindruckt, da kann alles um ihn herum schief laufen, er baut neu auf und macht weiter (und dabei ist er ein absoluter Perfektionist). Und genau diese entspannte Atmosphäre überträgt sich auf alle anwesenden Personen.

    Antwort
    • 29. Dezember 2015 um 10:27
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      WOW! Hallo Gerhard,
      auch dir darf ich herzlich für die viele Zeit danken, die du dir für diesen Kommentar genommen hast! Das “ruhig bleiben” ist ja halt tatsächlich so eine Sache! Beneidenswert, wenn man es kann wie Grecco. Auch deine Quellen werde ich bei nächster Gelegenheit durchstöbern und aufsaugen.
      Mit großem Dank und besten Grüßen,
      Mario

      Antwort
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  • 5. Februar 2016 um 12:40
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    Hallo Mario,
    zu erst einmal ein Kompliment für Deinen Blog 🙂

    Was ist denn aus der Aktion – Gruppenfoto geworden? Hast Du es schon gemacht? Ging alles gut?

    Ich bin Fotograf mit Schwerpunkt Portrait, Reportage, Dokumentation und früher auch Mode.

    Der Tipp von Elisa, sich bei der Hochzeitsfotografie umzusehen ist gut.

    Hier noch einige Tipps die hilfreich sind:

    1. sei früher als die Gruppe dort und schau Dir den Raum genau an.
    Die meisten konzentrieren sich oft nur auf die Gruppe / Personen und vergessen den Raum, die Architektur, den Hintergrund, Linien, Türen, Einrichtung, was stört im Bild, die Fenster und ganz wichtig das Licht und die Schatten! Mache einige Testfotos um zu sehen wo die Personen stehen/sitzen sollten.
    2. Mache ein kurzes Briefing!
    Erkläre den Personen wie Du arbeitest, erst Testfotos, Aufstellung, kein Posing, Lichteinstellung usw…. viele glauben es geht gleich los und sie müssen sofort top aussehen. Somit nimmst Du allen und Dir den Druck. Bei den meisten soll der Fotograf der Boss sein und andere wollen wiederum den Clown vor sich :-)))
    3. who is who?
    welche Beziehungen der Personen gibt es untereinander? Wer ist der Leader, ist extrovertiert oder eher introvertiert? Wer lacht laut und wer will eher ganz weit hinten sich verstecken? Manchmal ist es gut wenn sich die Personen selbst aufstellen. z.B. die Schwester will nicht neben der Schwägerin stehen oder die Freundin des einen sieht besser als die des anderen aus usw…. Das siehst Du dann auch in den Gesichtern 🙂 Du kannst dann später noch große und kleine Personen ordnen

    Du kannst mich auch gerne anrufen oder wenn Du mal in Berlin bist einfach vorbei kommen.
    Gruß
    Stefan

    Antwort
    • 5. Februar 2016 um 17:44
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      Hallo Stefan und zunächst vielen Dank für deinen hilfreichen Kommentar! Nein, das Gruppentreffen und -foto hat noch nicht stattgefunden. Die Mädels wollen abwarten bis das Wetter “besser” ist. Nun denn! 😉 Heißt natürlich auch für mich: mehr Zeit zur Vorbereitung. Dabei kann ich deine 3 Tipps sicherlich gut gebrauchen! Ich werde berichten, sobald ich mehr weiß.
      Beste Grüße,
      Mario

      Antwort

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