Der Campingplatz #11 – Langstone Manor Holiday Park, Devon, England

Nachdem ich dir am Freitag nun von meiner Fahrt vom Durdle Door, hinweg durch das Dartmoor bis nach Moortown erzählt habe, will ich dir heute gerne noch den schönen und gemütlichen Campingplatz vorstellen. Den Langstone Manor Holiday Park. Dort habe ich auf meiner Rundtour durch Südengland im September zwei Nächte mit dem Kastenwagen zugebracht. Und was soll ich sagen? Den klasse Platz kann ich nur uneingeschränkt weiter empfehlen!

 

Am Rande des naturbelassenen Dartmoors

Das eigentliche Etappenziel für diesen dritten Tag der Reise, einen Samstag, war ja eigentlich Princetown. Mitten im Dartmoor. Da es mir dort jedoch nicht gefiel und ich keinen naheliegenden Platz fand, auch nicht beim Befolgen der Hinweisschilder, brauchte ich eine spontane Alternative. Zum Glück war die super schnell gefunden! Durch simple Recherche via Suchmaschine.

Was ich fand war ein Holidaypark. So heißen die Campingplätze, auf denen du auch Mobilwohnheime mieten kannst hier nämlich. Der Park wäre in Moortown einer kleinen Siedlung zwischen Princetown und Tavistock, am westlichen Rande des Dartmoors.

Immer beginnt es mit Recherche & Anfahrt

Nachdem ich nun also von meiner ersten Erfahrung am Durdle Door und den Touristen-Preisen dazu gelernt hatte, zumindest glaubte ich das, hatte ich auch gleich mal online nach einem Circa-Preis gesehen. Etwa um die 20 Pfund. Nun denn, das wäre okay.

Ich meistere also die Anfahrt. Dieses schmale Sträßchen führt mich doch tatsächlich zum Langstone Manor. Was folgt, ist der erste Aha-Moment. Ich befahre ganz offensichtlich nun das Gelände des Campingplatzes. Aus der Fahrertür heraus sehe ich einige Mobilwohnheime. Sicher keine schlechte Option hier, im Regen und Nebel verhangenen Dartmoor!

Das beeindruckende Manor-House

Vor mir tut sich ein großes, altes Haus auf. Wie sich später noch heraus stellen sollte, ist hier die Gastwirtschaft und ein Spielezimmer nebst Aufenthaltsraum untergebracht. Gleich rechts von diesem Gebäude ist ein etwas jüngerer Neubau, ein kleiner Anbau mit Flachdach. Die Rezeption, wie ich lese, als ich endlich den Van abgestellt habe und ausgestiegen bin.

Nicht ganz akzentfrei rutscht mir ein damn über die Lippen. Doch kaum ausgesprochen sehe ich, dass es eine Lösung für mein Problem gibt. Zwar bin ich außerhalb der Öffnungszeiten angekommen, doch gibt es ein Türtelefon, mit dem man immer einen Mitarbeiter aus dem Restaurant erreichen kann. Ich weiß bis heute nicht, ob der Mitarbeiter Mitleid mit meinem Englisch hatte oder wirklich verstand was ich von ihm wollte. Naja egal. Er kam direkt aus dem Gastraum, öffnete die Tür und wies mir einen Stellplatz zu.

Zur Nebensaison ist es sehr ruhig hier

Dass das kein Problem war, lag wohl auch daran, dass der Platz wohl nur zu etwa der Hälfte gefüllt war. Wenn nicht sogar noch weniger. Wie sich in den kommenden zwei Tagen herausstellen würde, wird der Platz gerne von Durchreisenden genutzt. Ein Pärchen mit VW Bulli und ein Ehepaar mit Polo und kleinem Wohnwagen waren die einzigen Deutschen, die ich hier sehen sollte.

Nein, viel los war hier tatsächlich nicht! Meine war eine der wenigen, belegten Parzellen.
Nein, viel los war hier tatsächlich nicht! Meine war eine der wenigen, belegten Parzellen.

Nachdem mir mein Platz zugeteilt war, erzählte mir der Wirt noch schnell, was ich wo finden würde. Und ich war ganz erstaunt. Er kam aus dem Erzählen nicht mehr raus! Dort drüben seien shower, toilets, laundry and dishwash. Behind könnte ich auch eine Stelle zur Entsorgung des Chemieklos finden. Achja, und right over there gäbe es das Wirtshaus, einen Aufenthaltsraum und ein Spielezimmer. Frischwasser könnte ich dort vorne zapfen, the greywater würde ich dort loswerden. Und waste kann ich gleich hier vorn entsorgen. So schnell wie er deutet und ich hinterher sehe wird mir fast schwindelig!

Das Personal ist genauso nett und aufmerksam wie die Mitcamper

Ein super netter Bursche! Ob ich denn Strom bräuchte, wollte er abschließend noch wissen. Uff, das wisse ich noch nicht. Naja, dann könnte ich dort vorne den Platz nehmen. Wenn ich Strom brauchen sollte, solle ich einfach Bescheid geben, dann wäre das in Ordnung. Sehr gut, denke ich mir. Keine Ahnung, ob ich Storm brauche?! Bislang brauchte ich jedenfalls keinen auf der Reise.

Die sanitären Anlagen sind modern und top gepflegt

Nach dem doch recht langen Tag mit Durdle Door und Dartmoor sowie der Autofahrt, freue ich mich jetzt so richtig auf die Dusche! Und was ich da sehe lässt meine Augen glänzen. Der gesamte Gebäudetrakt mit Toilette, Dusche, Waschküche, Spülküche und Chemieklo-Entsorgung ist, genau wie die Rezeption, noch etwas jüngeren Datums. Sodass das Bad wirklich klasse ist! 3 Duschen und 2 Klos hat’s hier. Und 2 Waschbecken. Sicher, nicht gerade viel. Aber in super Zustand und top sauber!

Warmes Ale – love it or hate it!

Am Abend geht’s dann für ein Bier in die Gaststube. Nachdem ich vorher schon im Kastenwagen geköchelt hatte, wollte ich nur noch schnell a Helles trinken. Hmm, naja. Ale, heißt es bei den Engländern. Schlimm genug. Aber, dass die Jungs das Zeug bei Zimmertemperatur trinken… Nun gut, ich will ein guter Gast sein und bleiben. 8)

Die Umgebung soll sich sehr gut erwandern lassen

Der nächste Tag bringt nicht nur Regen, sondern auch Hochnebel mit sich. Sodass ich leider die Umgebung nicht weiters erkunden kann. Bleibt mir nichts als ein gutes Buch zu lesen, wechselweise Tee und Kaffee zu trinken und mich des Lebens zu freuen. Abends dann wieder die allabendliche Routine: duschen, Geschirr spülen, Van aufräumen. Als das erledigt ist, geht’s noch mal auf ein Kühles ins Gasthaus. Bei der Gelegenheit bestaune ich auch den großen Bücherschrank. Hier könnte man for free Bücher tauschen. Leider viele, alte Schmöker, die mich nicht ansprechen. Aber was soll’s. Meine Reiselektüre habe ich eh noch nicht fertig.

Für wenige Momente verlasse ich den Van an diesem Tag. Und tausche das Kuschelig-Warme gegen das Nass-Kalte.
Für wenige Momente verlasse ich den Van an diesem Tag. Und tausche das Kuschelig-Warme gegen das Nass-Kalte.

Die Ver- und Entsorgung in England wird mir noch häufiger graue Haare bereiten

Am nächsten Morgen dann der Tag der Abreise. Nach dem Frühstück mache ich mich gleich ran ans Aufräumen. Geschirr spülen, Sachen verstauen, Gas zudrehen und den Van vom Strom trennen. Den habe ich nämlich tags vorher dann lieber doch noch dazu gebucht. Man kann nie wissen. Außerdem hat das schlechte Wetter dazu verleitet die Batterie etwas mehr zu beanspruchen als in den Tagen vorher.

Als das alles erledigt ist, will ich nur noch mal schnell Frischwasser auffüllen und Grauwasser ablassen. Los dann. Ich fahre also vor auf den freien Platz vor der Rezeption und stoße rückwärts in Richtung der V/E. Klappt ja super! Schnell schon mal Frischwasser auffüllen. Hier nutze ich mal die Gießkanne. Den passenden Gardena Wasserhahn habe ich schließlich schon in Gravelines liegen lassen. Held! 

Das Frischwasser ist also wieder voll. Jetzt lasse ich noch eben flott das Grauwasser ab, bevor es weiter gehen kann. Oder doch nicht?! Hm, nein. Keine Chance. Für’s Grauwasser bräuchte ich hier einen Schlauch zwischen Fahrzeugauslass und der Entsorgungsstelle. Die ist nämlich hier in die Hecken eingelassen. Da kann ich niemals nie drüber rangieren. Es muss also leider alles bleiben wie es ist: der Frischwassertank ist randvoll, der Grauwassertank ein bisschen. Nun ja. Wird ja nicht die letzte Gelegenheit zur Grauwasserentsorgung in England gewesen sein… Jaja, mein jugendlicher Leichtsinn ist immer mit dabei auf Reisen!

 

Fazit – Langstone Manor war genauso spontan wie glorreich

Ich verlasse hoch zufrieden und gut erholt Langstone Manor. Überraschend, und doch wie so häufig, geht die Rückfahrt durch die schmalen Feldwege bedeutend schneller als auf dem Hinweg. Auf der Landstraße zurück, drehe ich nun in linker Richtung ab, fahre gen Tavistock und betrete damit wieder Neuland auf meiner Reise. Meinem Roadtrip samt Kastenwagen durch Südengland.

Für eine Nacht auf dem Langstone Manor Holidaypark zahlte ich übrigens 22 Pfund. Inklusive Strom und V/E. Das hätte man wohl auch in Deutschland in etwa bezahlt. Weil hier alles so schön stimmig, sauber und gepflegt war, gibt es auch nichts zu mosern.

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‚9 to 5 job‘. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

3 Gedanken zu „Der Campingplatz #11 – Langstone Manor Holiday Park, Devon, England

  • 15. Oktober 2017 um 19:49
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    Hallo Mario
    Nachdem ich seit langer Zeit nur immer ein stiller Leser bin, hier nun ein dickes Kompliment an dich. Ich finde deine Berichte immer spannend zu lesen und freue mich schon auf den Nächsten. Es gab ja schon mal eine längere Durststrecke für mich als ich schon dachte du twitterst nur noch.
    Du schreibst einfach super und die Fotos dazu, einfach genial. Hab grad das Gefühl jeweils dabei zu sein. Vielen Dank und herzliche Grüsse aus der Schweiz.
    Fränzi

    Antwort
    • 16. Oktober 2017 um 7:12
      Permalink

      Hallo Fränzi,
      vielen lieben Dank für dein außerordentliches Lob! Nicht nur das Lob freut mich, sondern vor allem zu wissen, dass da draußen ‚echte‘ Leute sind, die mir folgen und den Blog aufmerksam und interessiert lesen. 🙂 Spannend wäre es für mich auch mal zu wissen, ob die Berichte in ihrer Länge okay sind oder ob sie mittlerweile doch zu lang werden. Von der England-Reise könnte ich sooo viel erzählen… 😀
      Also, über kurze Rückmeldung wäre ich dir dankbar Fränzi.
      Vielen Dank und viele Grüße in die Schweiz!
      Mario

      Antwort
      • 17. Oktober 2017 um 19:04
        Permalink

        Hallo Mario
        Gerne gebe ich dir mein Feedback. Ich persönlich finde deine Berichte nicht zu lang, gerade durch deine interessante Erzähl-/Schreibweise, auch unterbrochen durch schöne Fotos, finde ich sie kurzweilig zu lesen. Weiter so. Ich bin auf alle Fälle gespannt und freue mich auf weitere Berichte.
        Herzliche Grüsse
        Fränzi

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