Camper’s Lifestyle – schon in jungen Jahren ist er uns viel wert

Als Leser hier auf #VANweh weißt du, wie es mir gerade geht. In Bezug auf das Warten auf den Kastenwagen. Du weißt, dass es so etwas wie eine Passion von mir ist. Zu reisen und zu campen. Draußen zu sein, nahe an Mutter Natur. Was viele (Nicht-Leser) aber nicht wissen: wieso ist der Typ denn so verrückt, mit seinen jungen Jahren so viel Kohle in ein verdammtes Wohnmobil zu versenken?! Und genau darum geht es heute. Um die Klärung dieser einen Frage!

 

Regelmäßig ernte ich ungläubige Gesichter

Erzähle ich im Bekanntenkreis davon, dass ich bald mit dem neuen Camper los starten werde, fragen mich viele, was ich mit einem Wohnmobil wolle. Ich sei doch noch so jung, ein Wohnmobil aber so teuer. Außerdem sei das was für alte Leute. Wieder andere fragen mich in aller Regelmäßigkeit nach dem Wohlergehen des Grünen Heinrich. Die enttäuschten Gesichter, wenn ich wahrheitsgemäß antworte verraten, wie viel sie selber mit Campingvans verbinden. Dass sie selbst einmal viel Zeit mit dieser Art des Reisens und Urlaubmachens verbracht haben.

Natürlich werde ich nie müde, von meinen Zukunftsplänen mit dem Clever Kastenwagen zu berichten. Dass wir dann einen viel größeren und noch besser geeigneteren Van haben würden. Voller Enthusiasmus zähle ich auf, was so ein Teil kann. Und vergesse dabei natürlich auch nie zu erzählen, wo man damit denn nur alles hinreisen könne.

Und egal, wie lange oder kurz ich dazu aushole und ausführe – das Gespräch kommt manchmal früher, manchmal etwas später, aber immer an ein und denselben Punkt: wieso?!

 

Wieso gibt ein junger Mensch so viel Geld für ein Wohnmobil aus?

Das also ist sie, die zentrale Fragen. Vielleicht ist es auch schlichtweg die Neugierde an dem Verpönten. Schließlich gehört es in Deutschland ja nicht wirklich zum guten Ton offen über solche Themen wie Geld, Vermögen und Schulden zu reden.

Was nun auch der genaue Anlass für die Frage sein mag. So oder so bekomme ich sie nicht wegdiskutiert. Also muss ich mich ihr stellen. Und das tue ich gerne und aus voller Überzeugung.

Umso öfter ich die Frage nun in Gesprächen beantwortet habe, desto mehr hat sich abgezeichnet, dass sie zweigeteilt ist. Die einen wollen wissen, wieso ich in so jungen Jahren so viel Geld ausgebe. Die nächsten fragen danach, wieso es ausgerechnet ein Wohnmobil, genauer ein Kastenwagen, sein muss.

 

Wofür braucht man als Twen ein Wohnmobil?

Dies ist also der erste Happen der Ausgangsfrage. Zu was nutzt man denn so ein Wohnmobil? Und ist das nicht viel zu teuer, wenn man einen geregelten und ortsgebundenen Job hat? Wenn man also nur hin und wieder mit so einem Ding reisen kann?

Ja natürlich, ein Wohnmobil teuer. Ohne wenn und aber. Und ja, ich bin nunmal kein digitaler Nomade, der sein Geld auch während der Reisen von jedem Ort der Welt aus verdienen könnte. Also werde ich das Mobil immer nur für den Jahresurlaub und für freie Wochenenden nutzen können.

Häufig werden schon an dieser Stelle des Gesprächs die Falten und Furchen auf der Stirn meines Gegenübers tiefer. Das wilde Rattern und Klackern in dessen Kopf ist für mich schon zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zu überhören. Manche wollen die Unterhaltung am liebsten hier schon abbrechen.

 

Dabei konsumieren wir längst wie wohl kaum eine Generation vor uns!

Ich kann verstehen, wenn gerade die Großeltern und die ältere Generation hier so ihre Vorbehalte haben. Zu sehr hat sich das Schema ‚Hochzeit, Haus, Kinder‘ manifestiert. Da hat ein Wohnmobil nun mal keinen Platz. Allenfalls irgendwo lange nach dem letzten Punkt. Das ist also etwas, was man sich kauft, wenn der Immobilienkredit abbezahlt oder die erste Rente ausbezahlt ist.

Nicht aber für mich! Nicht für meine Generation. Die Wertvorstellungen haben sich längst verschoben. Es ist modern Konsumschulden zu machen. Wenn ich das Wort nutze, verstehe ich unter Konsumschulden aber nicht den Kredit für ein Wohnmobil. Dem subjektiven Empfinden zu Folge ist es nämlich in meiner Altersklasse (Mitte/Ende Zwanzig) längst zur Gewohnheit geworden, heute nicht zu wissen, wovon man die Handyrechnung morgen zahlen soll. Das 1.000 EUR Smartphone wird genauso auf Pump bezahlt, wie das heimische Sofa.

Natürlich denke ich selbst nicht so. Ich sehe in dem Kauf des Reisemobils auch eher eine Investition. Bitte nicht los schreien: ich bin mir voll und ganz bewusst, dass es betriebswirtschaftlich niemals nie als Investition angesehen werden kann. Es ist Konsum at it’s best. Unterteilt man die persönliche Vermögensbilanz in Investition und Verbindlichkeit, würde das WoMo voll und ganz bei den Verbindlichkeiten aufblinken. Weiß ich doch!

Trotzdem bleibe ich dabei: für mich ist das Wohnmobil eine Investition. Eine Investition in den ganz persönlichen Lifestyle. Ich bin jetzt seid 27 Jahren auf diesem Planeten unterwegs. Eine gefühlte Ewigkeit. Wenn’s gut läuft liegen noch viele tolle Jahre vor mir. Entscheidend ist aber erstmal, was hinter mir liegt. Und das ist schon jede Menge. Schule, Abitur, duales Studium. Vielleicht nicht das ganze große Brett.

Aber ich bin ein Mensch, der immer lieber etwas zu viel als zu wenig beschäftigt ist. Mir ist es wichtig auch mal ‚zu geben‘. Entgegen des allgemeinen Zeitgeists nicht allen persönlichen Zeiteinsatz mit Geld aufzuwiegen. Noch während dem Studium begann ich daher mich ehrenamtlich zu engagieren.

‚Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr‘ ist dabei der Leitspruch von uns Feuerwehrleuten. Ein Hobby, das vom zeitlichen Rahmen längst mehr als nur ein Hobby ist. Neben dem ständigen Erlernen von Neuem bei Lehrgängen kommt die wöchentliche Übung zum Wiederholen des Alten hinzu. Dazu weitere Auffrischungen, um immer wieder das längst Erreichte zu bestätigen. Führerscheinerwerb und Fahrzeugausbildungen. Hier noch schnell ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit. Und dann noch um die Jugend kümmern.

 

Der Camper Lifestyle – mein ganz persönliches Lifestyle-Design

Keine Sorge, ich will mich nicht beklagen! Ich hab’s mir ja selbst ausgesucht. Aber umso wichtiger ist einfach irgendwann einmal das Thema ‚Freizeit‘. Neben Hobby und Beruf ist das ein eher sehr kleines Abfallprodukt geworden. Nicht selten meldet sich dann auch noch der Melder zu Wort, sodass auch die frei geglaubte Zeit plötzlich fremdbestimmt ist. Und da setzt nun mein Lifestyle-Design an.

Viele Leute reden ja heute davon. Wie wichtig es sei, sich sein Leben so zu gestalten, wie man es sich vorstellt. Sich zu verwirklichen. Leben und Umfeld so attraktiv wie möglich für einen zu gestalten. Für mich hat dieses Wort, ja dieser Volkssport, im letzten Jahr zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Denn Arbeit und Hobby haben die Freizeit immer weiter reduziert. Sodass wir froh waren, wenn wir mit dem Bulli wenigstens an den paar Wochenenden mal raus fahren konnten. Ich dann mal nicht auf Abruf war. Und wir die Zeit gemeinsam und entspannt genießen konnten. Richtig bewusst bemerkt haben wir das auf dem Campingplatz am Wiesensee. Als wir nur mal eben von Freitagnachmittag bis Sonntagabend weg waren. Freitagmittags im Stress auf die Autobahn. Sonntagabends tiefenentspannt zurückgekommen. Als wären es zwei Wochen Urlaub gewesen! 

Und da haben wir zum ersten Mal so richtig gespürt, dass das eine Idee sein könnte, die für uns funktionieren kann. Einen Campingbus vor der Haustür stehen zu haben, mit dem man immer mal wieder für kleinere Touren dem Alltag entliehen kann. Mit dem man aber genauso gut auch mal drei Wochen Sommerurlaub verbringen kann. Die Ideen und Überlegungen begannen.

 

Und warum muss man dafür so viel Geld ausgeben?

Nachdem also der Grundgedanke klar war, ging es um die Details. Ganz entscheidend wurden diese dabei von zwei Fragen geprägt: ‚was brauchen wir‘ und ‚was lassen wir uns das kosten‘? Interessanter Weise ging das am Ende so weit, dass wir eigentlich gar nicht sooo viel gebraucht hätten. Vom Platz her hätten wir uns durchaus nochmal einen Campingbus vorstellen können. Also VW-Bus-Segment.

Campingbus hätte aber bedeutet, dass wir entweder a) für einen Neuwagen mehr Geld hätten ausgeben müssen, als wir uns leisten wollten oder b) für einen Gebrauchtwagen weit außerhalb der Garantiezeiten und am Anfang der ersten Rostprobleme unser Limit hätten investieren müssen. Sodass sich dann die Tür für den Kastenwagen auftat: größeres Mobil, dafür neu und am oberen Ende unseres Rahmens. Neuwagen war uns bei der Größenordnung der Investition eben auch wegen der Diesel-Affäre und den kolportierten Folgen einer Blauen Pakette wichtig!

 

Mein Fazit – Der Preis wird mit dem Nutzen des Wohnmobils relativ

Nach wie vor ist ein mittlerer fünfstelliger Betrag sack viel Geld! Eine schier unvorstellbare Größe in Arbeitszeit gerechnet. Diese Rechnung sollte man vielleicht besser gar nicht anstellen! Aber dennoch bin ich nach wie vor fest davon überzeugt das Richtige getan zu haben. Schließlich haben wir uns bewusst für diesen Lifestyle entschieden. Wenn uns alles zu viel wird und wir eine gemeinsame Auszeit brauchen einfach einsteigen zu können. Unsere Urlaube in und mit dem Van zu verbringen. Und uns so den Ausgleich zum Alltag und unsere Freizeit zurück zu holen!

Und genau diese Entscheidung war uns in unserem jungen Alter gerade mehr wert als in eine viel zu große Wohnung oder vielleicht sogar in ein viel zu großes Haus zu ziehen. Das Geld hätten wir natürlich auch als Eigenkapital für eine eigene Immobilie nutzen können. Bei den derzeitigen Preisen wäre das aber keine logische Entscheidung gewesen. Zumal wir mit dieser Entscheidung in Bezug auf unsere Freizeit auf der Stelle getreten wären.

Das spießige Wohnmobil ist für uns Twens gerade genau die richtige Entscheidung. Es ist unser Vehikel für eine bewusstere Freizeit. Für mehr Leben und Energie im Alltag! Wir freuen uns schon wie Bolle, wenn der Kastenwagen endlich kommt. Hoffentlich ist es bald so weit!

 

Schreib‘ doch mal in die Kommentare, wieso du / ihr euch für das Wohnmobil entschieden habt? Wollt(et) ihr damit nur hin und wieder verreisen, wochenends raus oder sogar darin leben? Wie habt ihr euch entschieden? Und wieso? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten '9 to 5 job'. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

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