Ich hab’s also getan: Adios, Grüner Heinrich!

Mist. Jetzt habe ich es schon länger angekündigt. Und endlich getan. Und doch: irgendwie fühlt es sich komisch an. Abschied zu nehmen. Lebewohl zu sagen. Es fühlt sich anders an als erwartet. Die Euphorie vor dem Neuen geht unter in einem Sumpf der Gefühlswert. Ein einziges Chaos. Viele schmerzliche Gedanken an eine viel zu kurze Zeit.

 

Eine Entscheidung dieser Tragweite will gut überlegt sein!

Doch stopp, was ist passiert? Vergangenes Wochenende habe ich tatsächlich den Grünen Heinrich abgegeben. Ausgemustert. Verkauft. Ich habe mir die Entscheidung wirklich alles andere als leicht gemacht. Viele Male vor mir hergeschoben. Im Kopf bin ich Wenn-Dann-Beziehungen durchgegangen, wie ich es sonst nur täglich in der Tabellenkalkulation am Arbeitsplatz tue.

Was habe ich mir in den letzten Wochen alles für Fragen gestellt. Mich mit dem Thema beschäftigt. Viele Mails und Kommentare dazu erhalten. Dass ich doch bitteschön den Grünen Heinrich weiter pflegen solle. ‚Einen VW-Bus verkauft man nicht‘, wusste der Bekanntenkreis zu berichten. Auch wenn man selbst noch nie einen Bulli gefahren war. Fast schon Mantra-artig ging mir dieser Spruch in Fleisch und Blut über. Mist.

Doch all die unzähligen Gedanken an den Bus ließen mich eines nicht vergessen: die schöne Zeit mit ihm. Und dass noch so viele, hoffentlich unglaublich schöne Jahre vor uns stünden. In denen wir andere Urlaube machen wollen als bislang. Häufiger, kürzer, schneller weiter. Möglichst ohne an den Himmel schauen und das Thermometer beobachten zu müssen. Im tiefsten Inneren wusste ich es schon früh: der Heinrich würde uns dabei nicht helfen können.

Trotzdem. Es ist die Tragweite dieser Erkenntnis, die mich – kaum war der Gedanke formuliert – schockierte. Den Bus zu verkaufen. Noch bevor uns der TÜV scheiden würde. Und auf einen noch größeren Van umzusteigen. Ein Auto, das ich insgeheim vor noch gar nicht allzu langer Zeit noch mit vorgehaltener Hand belächelt habe. Ob der Größe und des Luxus‘. Wie du weißt, will ich doch gerade auch campen um auf Saus und Braus zu verzichten.

Doch es brachte alles nichts. Alles Überdenken, all die Überlegungen, sie führten alle zu einem Ergebnis. Wie die berühmten Wege nach Rom. Der Bulli wird abgegeben. Und gegen einen neuen Van ersetzt. Immerhin habe ich mit #VANweh auch einen Ruf zu verlieren! 😉

 

Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!

Ein einziger Gedanke bleibt fest im Kopf eingebrannt. Und leuchtet immer wieder auf, noch während ich schon den Neuen konfiguriere und die Zukunft des Alten noch nicht kenne. Der Gedanke an das Versprechen, das ich einst dem Grünen Heinrich gab: er würde es gut bei mir haben und ich würde mich immer gut um ihn kümmern.

 

Fahr- und Lebensgefühl VW T3 – wir waren dabei!

Es klingt kitschig. Und etwas sozialromantisch. Ich weiß. Ist mir gerade aber egal. Denn wer selbst einmal einen T3 gefahren ist, der weiß was mir aus der Seele spricht: die Liebe zu diesem grandiosen Fahrgefühl. Wenn zierliche 2,5 Tonnen Lebendgewicht von satten 70 PS angetrieben werden. (Oder war es doch andersherum? Zierliche PS und sattes Gewicht?) Du vor dem Motorstarten bitte schön vorglühen musst. Den Choke streicheln und nach dem Starten wieder verschwinden lassen musst.

Berg- und Talfahrten lassen dich wechselweise nervös in Rückspiegel und auf die Temperaturanzeige blicken. Immer in der inständigen Hoffnung, dass dich just in diesem Moment niemand zu einer Vollbremsung zwingen oder dich gar überholen möge. Schließlich musst du ein A*** sein und auf die Mittelspur rausziehen. Weil dich sonst der Lkw vor dir dermaßen ausbremst, dass du zum rollenden Hindernis für den gesamten, hinter dir fahrenden Verkehr wirst.

Ja, wer diese Situationen selbst erlebt hat, der kann wohl sehr gut nachvollziehen, warum ich einen Kloß im Hals hatte, als ich vor Wochenfrist den Bulli ausräumte. Und was dabei alles ans Tageslicht kam! Unzählige Erinnerungen an die letzten Urlaube. Wochenendausflüge am Wiesensee und in Saarburg. Zettelwirtschaft und Rechnungen. Campingtisch und Stühle. Melamingeschirr und Kochtöpfe. Noch und nöcher. Es nahm kein Ende. Irre, was alles in den Bauch dieses alten Bullis geht!

 

Noch viel erleben werden auch die neuen Besitzer – aber auch der Bulli

Ich habe dem Heinrich geschworen mich immer gut um ihn zu kümmern. Und so war es mir wichtig, dass er in die Hände eines gebührenden Nachfolgers fallen würde. Und, was soll ich sagen: das ist mir wahrlich gelungen! So sehr, dass ich gar nicht weiß, wer nun stolzer ist: die neuen Besitzer oder ich. Ist eigentlich auch egal. Denn die Neuen geben mir das Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Ich bilde mir ein zu glauben, dass er es bei ihnen gut haben wird.

Und noch eines scheint sicher: er wird nochmals nördlichere Regionen erleben als im letzten Sommer an der Ostsee. Darauf freuen sich also nicht nur die neuen Besitzer.

 

Wie du siehst liegt eine aufregende Woche hinter mir. Nicht nur, dass ich den Bulli verkauft hätte. Nein. Kaum war der eine ‚vom Hof‘ und der Fuhrpark dezimiert, schon wurde der Vertrag für den Neuen unterschrieben. Was es wird und wann er kommt? Tja, da musst du dich noch mal etwas gedulden. Erzähle ich dir in den kommenden Tagen!

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten '9 to 5 job'. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

10 Gedanken zu „Ich hab’s also getan: Adios, Grüner Heinrich!

  • 17. Februar 2017 um 17:24
    Permalink

    Ach, das macht mich schon auch ein bisschen traurig… 🙁

    Ich wünsche euch aber viele schöne Reisen und viel Spaß mit „dem Neuen“, wenn er dann endlich kommt.

    Antwort
    • 17. Februar 2017 um 19:59
      Permalink

      Danke dir, Kaddy. Für die guten Wünsche!
      Ich drücke dir erstmal noch die Daumen, dass die Entrostung wirkt! 😉

      Antwort
  • 18. Februar 2017 um 10:04
    Permalink

    Ey Alder,
    dann machen wir an unserem Frühjahrstreffen (müssen wir mal planen) eine Womo-Besichtigung: Ihr bei uns und wir bei euch 🙂

    Liebe Grüße
    Jürgen und Nadja
    womo.blog

    Antwort
    • 18. Februar 2017 um 12:42
      Permalink

      Das ist doch eine grandiose Idee!! Ich fürchte nur „Frühjahr“ wird dafür noch etwas zu früh sein. Da bin ich wohl noch nicht mobil.

      Beste Grüße
      Mario

      Antwort
  • Pingback: #VANweh sucht das Reisemobil - des Rätsels Lösung - #VANweh

  • 25. Februar 2017 um 12:19
    Permalink

    Hallo Mario,

    gerade erst den Beitrag gesehen (war noch in den Messe-Nachwehen). Ich kenne das Gefühl, sowohl beim Verkauf eines VW-Busses (gleich zwei Mal gemacht) als auch noch recht frisch aus dem letzten Jahr der Verkauf eines größeren Womos. Hatte das damals sogar bei uns im Forum thematisiert und es stellte sich heraus, anderen geht es auch so 😉
    Aber ich bin froh, dass ich seit zwei Tagen wieder stolzer Besitzer eines Wohnmobils bin. Nicht zu groß, nicht zu klein – alles fein.

    Viele Grüße
    Michael

    Antwort
    • 25. Februar 2017 um 12:25
      Permalink

      Hi Michael,
      danke für deine Worte. Da fühle ich mich gleich nicht mehr ganz so schlimm! Da bin ich aber mal gespannt, was du dir zugelegt hast!

      Beste Grüße
      Mario

      Antwort
  • 27. Februar 2017 um 19:56
    Permalink

    Mario, mir rollt soeben etwas nasses, salziges über die Wangen… Schniff… Heul…

    Ne Quatsch, du wirst schon richtig entschieden haben und da er in gute Hände gekommen ist, werde ich auch weiterhin gerne bei dir vorbeischauen. 😉

    Alles Gute mit deinem Neuen und jetzt werde ich gleich mal nachlesen was es geworden ist.

    Liebe Grüsse nach Deutschland
    Veronica

    Antwort
    • 27. Februar 2017 um 21:31
      Permalink

      Hey Vero,
      vielen Dank für deinen Zuspruch! Mir fielen die Zeilen doch schon etwas schwer. Etwas ganz schön schwer, sogar! Habe auch an dich und deine mahnenden Worte denken müssen. 😉 Doch es half ja alles nichts. Ich werde dann im Sommer sicherlich mal ein Resumée zum Wechsel abfassen. Bin schon ganz aufgeregt, wie die neue Erfahrung wird.

      Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg bei euren Vorbereitungen!
      Mario

      Antwort
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