Ich bin noch immer in den Bulli verliebt, aber…

Na das kann ja was werden! Der Titel deutet es ja bereits an: ich bin nach wie vor voll und ganz in den Bulli verschossen. Die Möglichkeiten, die er uns beim Reisen bietet. Immer ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Freitagmittags schnell abfahrbereit zu sein. Und relativ flott auch mal den Stellplatz wechseln zu können. Und all den Stauraum nicht zu vergessen! Aber…

Ja, aber. Ich weiß nicht, was genau passiert ist. Bis vor Kurzem war ich noch Feuer und Flamme für den Bulli. Den Bulli ganz allgemein. Ich war mir sicher – sollte uns der Grüne Heinrich eines Tages verlassen müssen oder sollte uns gar der Rost scheiden, dann würde eben ein neuer Bulli auf den Hof rollen. Vielleicht sogar einige Modellreihen aktueller. Doch wie gesagt. Ich war mir sicher!

 

Der Grüne Heinrich wird bald 30 und bräuchte dann eine Verjüngungskur

Im nächsten Spätjahr steht Heinrichs großes Fest bevor. Der Jubilar wird dann 30 Jahre alt werden. Ein markantes Alter! Gerade für ein Fahrzeug. Man steht dann vor der Entscheidung, ob man ihm das H auf das Nummernschild einpressen lässt. Um in der Folge den einen oder anderen Taler zu sparen. Dieses Spielchen macht der TÜV aber nur mit, wenn das Fahrzeug insgesamt in einem erhaltenswerten Zustand ist.

Natürlich gibt es ganz sicher Bullis, die schlechter dastehen. Aber gewiss auch mehr als genug, die besser dastehen. Wenn die Türpappen doch bloß nicht so zerrissen wären. (Ja, ich denke an der Stelle sei dem Vor-Vorbesitzer mal ein dicker ‘Dank’ ausgesprochen!) Und der Lack nicht in so einem bedauerlichen Zustand wäre. (Erneuter Gruß an den Vor-Vorbesitzer.)

 

Für teuer Geld den Heinrich verjüngen oder lieber auf ein neues ‘Pferd’ setzen?

Hier beginnt dann immer wieder das Rechenspiel. Viel Geld in die Hand nehmen und das Fahrzeug richtig restaurieren lassen? Eine Megaverjüngungskur. Oder das Geld lieber sparen, als Startinvestition für einen Heinrich-Ersatz? In dem Wissen, dass das mit dem Ende unserer Beziehung zu Heinrich gleichzusetzen wäre?

Aber selbst, wenn man sich gegen den Grünen Heinrich entscheidet. Und folglich für einen neuen Reisegefährten. Was dann?! Was sollte es dann für ein Fahrzeug werden? Bis vor wenigen Tagen und Wochen war ich mir noch sicher, dass es wieder ein VW-Bus werden würde. Gerne etwas moderner auf- und ausgebaut.

Doch spätestens seit dem Caravan Salon bin ich mir über die Preise neu bewusst geworden. Und, dass man selbst mit den neuesten Modellen kaum autarker ist als mit dem Heinrich. Was sogar gravierend auffällt: fast alle aktuellen Ausbau-Optionen weisen (teilweise deutlich!) weniger Stauraum für Kleidung und so auf, als der Reimo-Ausbau vom Grünen Heinrich! Krass!

Na klar habe ich die Maxime ausgerufen, dass Camping immer auch etwas mit Verzicht zu tun hat. Aber muss ich denn schon nach dem vierten Tag rumlaufen wie ein Nackedei, weil ich nicht mehr Klamotten einpacken kann?!

 

Wie könnte eine Alternative zu dem Grünen Heinrich aussehen?

Aber was wäre denn dann die Option oder Alternative? Ein Vollintegrierter? Wohl kaum! Ein Wohnwagen? Mitnichten! Ein Teilintegrierter? Nein, auch nicht! Alkoven – keineswegs! Ein Kastenwagen? Vielleicht!

Moment mal! Ein Kastenwagen… Der wäre aber in Höhe und Länge um Welten größer als der Bulli. Auch weniger alltagstauglich. Zumindest für meine Zwecke und Ansprüche. Und mein Verständnis von Alltag. Außerdem: würde ich bei dieser Größe nicht meiner ‘Camping = Verzicht’-Maxime widersprechen?! Mir brummt der Kopf!

 

Was mir fehlt, dass ich mich mit anderen Fahrzeugen beschäftige

Halt, stopp mal! Was hat mich denn jetzt überhaupt dazu bewegt über ein anderes Reisemobil nachzudenken? Ist es wirklich der Allgemeinzustand von Heinrich? Oder die Fast-Auslastung des Fahrzeuges bei Bergfahrten? Nein, gar nicht mal zwingend. Am meisten fehlt mir wohl – zumindest wenn ich über ein neues / anderes Fahrzeug sinniere – die Duschmöglichkeit. 

Für was will er denn auf einmal im Reisemobil duschen können, höre ich dich fragen. Aber das kann ich leicht beantworten. Bislang waren wir fast immer und ausschließlich auf Campingplätzen unterwegs. Die sind auch immer schön. Und sauber. Aber ein Traum von mir ist die Rückkehr und Reise in die skandinavischen Länder. Zurück in die unberührte Natur. Und da würde ich gerne etwas freier und unabhängiger stehen können. Und dafür bräuchte es dann wohl schon als Option eine Duschmöglichkeit.

Außerdem: vergleicht man mal ganz nüchtern die Preise zwischen den Ausbauvarianten eines neuen VW-Bus’ und denen eines Kastenwagens, so ist da meist kaum ein Unterschied erkennbar. Eher im Gegenteil. Nicht selten ist tatsächlich der Bulli noch teurer. Zumindest in den Varianten, wie sie mir gefallen und zusagen. Dann aber mit weniger Klamottenstauraum als im Grünen Heinrich! Ohweh!

 

Fazit – neben den Preisen neuer (gebrauchter) Bulli-Ausbauten bringt mich auch die oft fehlende Duschmöglichkeit ins Stocken

Na, das kann noch was werden. Ich merke: ich bin noch nicht wirklich weiter mit meinen eigenen Anforderungen an ein passendes Reisemobil. Eines kann ich aber festhalten! Ich bin immer noch froh und dankbar, dass wir den Bulli haben. Jetzt schon seit fast einem Jahr. Wir haben den Weg heraus aus dem Zelt gefunden. Und uns als Team im und mit dem Grünen Heinrich eingespielt. Hin und wieder ist noch so einiges gewöhnungsbedürftig. Manchmal vermisst man auch etwas. Aber eines habe ich nie vermisst: das Gefühl der Dankbarkeit und Zuneigung zu unserem Bulli!

Es war die beste und günstigste Option um in das teure Reisemobilisten-Leben einzusteigen. Immer noch nutze ich jede Gelegenheit um mit den Augen Ideen von anderen Campern zu klauen. Und zu gucken, wie andere Gefährte so beschaffen sind. Was gut und was schlecht daran für uns wäre. Was zu uns passt, und was nicht.

Bis heute habe ich nicht DIE Lösung gefunden. Irgendwie dann aber doch. Unsere Lösung für den Moment ist der Grüne Heinrich. Wir lieben ihn mit all seinen Macken. Und davon hat er wirklich mehr als genug! Ob wir auch die mittelfristige Zukunft in diesem oder einem anderen Bulli gestalten – das wissen wir (noch) nicht. In der Zwischenzeit leben wir lieber den Moment.

 

Mich würde mal brennend interessieren, wie du in das Camping gestartet bist. Abgesehen vom Zelten also, mit welchem Reisemobil du begonnen hast. War es ein Wohnwagen, ein Wohnmobil oder ein Campingbus? Was fährst du heute? Und wieso? Was hat dir an deinem ersten Mobil am meisten gefehlt? Fragen, auf deren Beantwortung ich mich schon freue! Schreibe einfach hier unten in die Kommentare.

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten ‘9 to 5 job’. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

13 Gedanken zu „Ich bin noch immer in den Bulli verliebt, aber…

  • 30. August 2016 um 17:53
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    Wenn man es genau nimmt, war mein erstes Reisemobil ein alter VW Passat mit Matratze auf der umgeklappten Rückbank. Der noch ältere Bulli erscheint dagegen natürlich riesig und komfortabel.
    Ich liebe meinen Dröppel wirklich, aber die vielen Regentage auf der letzten Reise haben mich schon auch interessiert zu den etwas größeren Fahrzeugen schielen lassen…

    Antwort
    • 30. August 2016 um 18:11
      Permalink

      Das ist auch noch ein guter Einwand, liebe Kaddy. Regentage haben wir zum Glück noch nicht allzu viele im Bulli verlebt. Nur ‘Regennächte’. Und da war ich immer über das feste Dache über’m Kopf dankbar. Wobei ich mir gar nicht mal sooo sicher wäre, ob da ein Kastenwagen ein nennenswerter Vorteil gegenüber dem Bulli wäre. Das Mehr an Platz wird ja für ein etwas größeres Bett und ein Duschbad größtenteils verschluckt. Vielleicht ist die Sitzecke, Dinette, noch einen Ticken größer. Aber das war’s dann im Großen und Ganzen auch schon.
      Viele Grüße!
      Mario

      Antwort
      • 30. August 2016 um 21:33
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        Wenn man erstmal im Bett liegt, finde ich Regen eigentlich ganz gemütlich.
        Wir hatten aber dieses Jahr auch wirklich außergewöhnlich schlechtes Wetter im Juli… da wäre wirklich jeder Kubikzentimeter mehr Platz schön gewesen. Auch um nasse Sachen irgendwo unterzubringen.
        Trotzdem würde ich das auch jederzeit wieder genau so mit dem Bulli machen 🙂

        Antwort
  • 30. August 2016 um 18:16
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    Hi Mario,

    Bei uns fing alles mit einem 20 Jahre alten Karman Gipsy Alkoven auf T4 Basis an. Mit fantastischen 78PS und Dusche. Platzausnutzungsmäßig ist ein Alkoven für uns die immer noch beste Lösung.

    Dann kam aber der Wunsch nach “mehr” auf. Vor allem, weil im Gipsy die Heizung kaputt war und wir so manche Nacht im Frühling mit unseren super Schlafsäcken verbracht haben. Somit war duschen malngels Warmwasser auch nicht gegeben.

    Unabhängig voneinander sind meine Frau und ich bei den Kastenwagen gelandet und wegen des Nachwuchses bei unserem über alles geliebten Roady Revolution.

    Wir würden es wieder tun. Kastenwagen!

    Antwort
    • 30. August 2016 um 18:25
      Permalink

      Hi Alex,
      auch dir danke für deine ehrliche Meinung! Du hast tatsächlich einen neuralgischen Punkt angesprochen: Heizung und Warmwasser. Ersteres funktioniert im Grünen Heinrich nicht mehr. Über Zweites hat er nie verfügt. Beides sind aber Punkte, die einem das Reisen nicht nur bequemer machen, sondern elementar notwendig sind, um auch in den ‘Randmonaten’ außerhalb der Ferienzeiten und Sommer-Hochsaison ordentlich im Camper reisen zu können. Daher natürlich auch beides Pro’s für einen Kastenwagen. 😉
      Beste Grüße,
      Mario

      Antwort
  • 30. August 2016 um 21:58
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    Hallo Mario

    Wir haben mit einem VW LT 28 unsere Leidenschaft fürs “Vancampen” entdeckt. Schnell wurde uns aber klar, dass er doch einfach zu gross für uns war. Wir hatten alles was wir brauchten da drin. Auch einen Fernseher mit Satellitenschüssel fehlte nicht. Doch wir stiessen immer an Grenzen. Das eine Mal ein Stellplatz der nur für eine gewisse Höhe befahrbar war, dann wieder in engen Kurven oder auch um dieses Unding auf einen normalen Parkplatz rückwärts reinzumanövrieren. Ne, ging überhaupt nicht!
    So wechselten wir auf einen VW T2a. Ich liebe Schnurri echt, aber als wir in England waren, wussten wir, dass wir ihn nur noch für Wochenend Ausflüge brauchen würden. Wir hatten nun also zuwenig Platz.
    So kamen wir zu Stitch unserem VW T3 Syncro und ich würde ihn nicht mehr hergeben. Die ideale Grösse und alles was für uns wichtig ist, wurde und wird noch eingebaut.
    Wir benutzen eine Solardusche, waschen unsere Wäsche in einer Trommel auf dem Dach und unsere Standheizung haben wir so frisiert, dass sie auch auf 4000müM noch faucht.

    Du merkst sicherlich, dass ich überzeugte T3 Fahrerin/Beifahrerin bin 🙂
    Bitte lass den Grünen Heinrich nicht sterben! 🙁

    Liebe Grüsse
    Veronica

    Antwort
    • 30. August 2016 um 22:10
      Permalink

      Liebe Veronica,
      wow! Das ist auch mal eine coole Story. Und es ist ja auch einer der Gründe, weshalb ich nicht gleich vom Zelt auf’s Wohnmobil oder so umsteigen wollte. Aus der Angst davor, man könnte dann gleich so viel haben, dass es entweder wieder zu viel ist oder aber man sich direkt an Dinge gewöhnt, die man dann nie mehr aufgibt. Ob man sie braucht oder nicht.
      Wir merken ja aber jetzt schon immer, dass es weniger Platz und Stauraum nicht sein bräuchte. Insoweit kann ich gut verstehen, dass ihr mit dem T2a an eure Grenzen kamt – oder sogar drunter. 🙂
      Zum Grünen Heinrich: mach dir keine Sorgen. Ich werde ihnen nicht sterben lassen. Nicht jetzt, zumindest. Und wenn sich doch eines Tages unsere Wege trennen sollten, dann natürlich nur in sehr gute und pflegende Hände! Etwas anderes kommt ja sowieso gar nicht in die Tüte – Bullifreunde Ehrenwort! 😉

      Beste Grüße in die Schweiz,
      Mario

      Antwort
      • 31. August 2016 um 12:11
        Permalink

        Dann bin ich ja einigermassen beruhigt da ein Bullifreunde Ehrenwort schon was zählt 🙂
        Wie wäre es mit einem Kastenwagen mieten? Dann siehst du schnell mal, was es für (Vor- und) Nachteile gibt. 😉

        Liebe Grüsse
        Veronica

        Antwort
  • 1. September 2016 um 9:05
    Permalink

    Hi Mario, ich kann dich in deinen Überlegungen sehr gut verstehen, gerade ein H-Kennzeichen zu bekommen ist nicht immer sooooooo einfach. Leider sind die TÜVer viel zu subjektiv bei der Vergabe! Dennoch sind deine angesprochenen Punkte kein großes, unüberwindbares und auch nicht wirklich kostspieliges Problem. Die Lackrestauration kann man gut selbst in die Hand, das kann bei einem Fahrzeug deiner Größe an zwei Wochenenden passieren und kostet nicht viel. Die Türpappen an unserem Steyr waren auch total durch und bei unserem 45 Jahre alten LKW hat man auch keine wirkliche Chance Ersatz zu bekommen, ausser vielleicht: Man kauft noch einen Steyr! 😉 Wir haben einfach die alten Pappen als Schablone für neue Pappen benutzt und diese dann mit Stoff bezogen. Ging schnell, sieht super aus und war auch noch extrem günstig.

    Unser erster Camper war ja auch ein T3 und halt dich fest, wir konnten darin duschen! 🙂 Wir haben es uns aber sehr einfach gemacht und hatten einen Speisskübel aus dem Baumarkt, der als Duschwanne fungierte, einen HoolaHoop-Reifen, der am Dachfenster mit zwei Kleiderbügeln montiert wurde und an diesem HoolaHoop-Reifen haben wir zwei Duschvorhänge von Ikea montiert. Zack, Dusche fertig. 🙂

    Es ist immer eine Überlegung, ob man doch den Wagen wechselt, oder in den alten investiert, aber letztlich kannst Du dir bei einem neuen Wagen (also gebraucht) nie sicher sein, wie es dem Motor, etc. geht. Bei deinem Fahrzeug weisst Du aber schon, was Du bislang investiert hast und das gibt dir kein Käufer wieder. Und hey, einen Bulli mit H-Kennzeichen zu fahren ist nicht nur sparsam, sondern auch einfach nur saucool!

    Wir sind gespannt wie es weiter geht!
    Bis dahin, ganz liebe Grüße,
    Sabine und Micha

    Antwort
    • 1. September 2016 um 18:50
      Permalink

      Hi Sabine und Michael,
      danke für die ausführliche, persönliche Meinung zu dem Thema. 🙂 Die Duschlösung IM T3 klingt ja spannend! Unserer war damals zumindest für die Außendusche vorbereitet – allerdings ist halt zwischenzeitlich dieser Kunststoffhaken am Aufstelldach aus Altersgründen abgebrochen. Aber sicherlich nicht irreparabel.

      Ein gutes und starkes Argument pro Bulli ist gewiss die Reparaturhistorie. Da weiß ich jetzt wirklich, was ich in Händen halte. Schwer erarbeitet! 😉

      Mal schauen, was die Zeit so bringt und wohin mich meine Überlegungen führen.
      Euch beiden erst mal ganz viel Spaß auf dem Willy’s-Treffen!
      Viele Grüße,
      Mario

      Antwort
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