Lieferverzögerung! Und jetzt? Doch wieder alles auf Anfang?!

Was letzte Woche noch nach bloßem Kristallkugellesen aussah, nimmt jetzt Formen an. Leider. Kurz nachdem ich in meinem vorigen Beitrag die möglichen Ursachen für etwaige Lieferverzögerungen darlegte erhielt ich den richtungsweisenden Anruf. Und er traf mich mitten ins Herz.

Nichts Gutes ahnend nahm ich also ab. In freundlichem und dennoch bestimmten, fast schon ein wenig verzweifelten Ton teilte man mir dann näheres zum Liefertermin meines neuen Vans mit. Und ich sag mal so: wirklich schlauer bin ich noch immer nicht. Nur eines ist gewiss: es wird dauern!

 

Noch kann ich mich mit dem Warten begnügen

 

Wie ich dir schon beim letzten Mal hier mitteilte, bin ich in der glücklichen Situation von der Urlaubszeit relativ (!) flexibel zu sein. Auch dadurch, dass der Kastenwagen deutlich wintertauglicher als noch der liebe Bulli sein wird, gewinnen wir an Flexibilität und Spontaneität.

Und Trotzdem: es ist echt nervig so lange warten zu müssen. Und zu wissen, dass der Van möglicherweise dann kommen, wenn der Sommer gehen wird. Alle derzeitigen Aussagen sind mehr als vage. Klar ist nur, dass der Kasten nicht mal im Werk ist. Mit einer Auslieferung wird vermutlich nicht vor Ende August zu rechnen sein.

Die ratlose Tonlage des Händlers an meinem Ohr ließ aber innerlich alle Alarmglocken erschrillen. Es scheint mehrere Gründe für diese Verzögerung zu geben. Diese klingen aber so, als könnten sie teilweise morgen behoben sein. Teilweise kann man aber auch befürchten, dass diese Ursachen noch längere Zeit Bestand haben könnten. Im Grunde bin ich also genauso schlau wie zuvor.

Fakt ist, dass ich nicht mit einer Auslieferung vor Ende August zu rechnen brauche. Besser sollte ich mich wohl auf eine weitere Verzögerung einstellen. Doch wie lange?! Es scheint, als wisse das im Moment niemand. Kann sein, dass der Kasten im August kommt. Vielleicht wird’s aber auch September. Oder vielleicht doch noch später?!

 

Doch wie lange soll ich noch warten?!

Es ist keine schöne Situation. Für mich als Kunden. Man investiert (nein, eigentlich konsumiert) hier schon eine ganze Stange Geld. Da will man doch wenigstens wissen, wo man dran ist. Umso mehr verwirrt mich nun das Hier und Jetzt. Ich weiß eben nicht, wo ich dran bin. Der Hersteller scheint sich mit seinen vagen Aussagen alle Optionen offen zu halten.

Okay, nochmal: ich kann die Hersteller grundsätzlich verstehen. Und ja, ich habe auch Verständnis für die momentane Situation am Markt. Alle produzieren auf 110%. Wenn ein Rädchen ins Stocken kommt, funktioniert das Ganze nicht mehr. Ich will die Jungs auch gar nicht für ihr Verhalten verteufeln. Die große Quiz-Frage für mich bleibt jetzt: wie gehe ich mit dieser Situation um?

Noch vor wenigen Tagen war ich der Meinung es einfach aussitzen und abwarten zu können. Mich in Geduld zu üben. Da ich notfalls würde flexibel mit der Urlaubsplanung reagieren können. Doch alles hat irgendwann und irgendwo einmal seine Grenzen.

 

Wo sind meine Grenzen?

Ich weiß nicht wie lange ich warten kann. Und will. Sicherlich, ich verliere nicht jetzt schon meine Geduld. Noch nicht. Doch wie lange will ich mir solch vage Aussagen anhören? Wie lange vor allem kann ich das? Denn klar ist auch, dass auch ich irgendwann meinen Urlaub antreten muss. Ansonsten verfällt er. Keine Option!

Mein Kopf ist gerade voll von solchen Gedanken. ‚Was passiert, wenn…?‘ Immer dieses Gefühl im Hinterkopf, dass das Ende der Fahnenstange womöglich noch nicht erreicht ist. Was also mache ich, wenn man mir im August sagt, dass der Van nicht vor Ende September käme? Und man mir im September vielleicht wieder einen Aufschub ankündigt? Und wer sagt mir eigentlich, dass es nicht mal längerfristige Lieferprobleme – gerade im Bereich der Zulieferer – geben könnte? Wenn also relevante Teile wie Heizung oder Boiler für längere Zeit nicht lieferbar wären?

Muss ich mich denn auf solch einen Fall einstellen? Dass der Van am Ende vielleicht deutlich später kommen könnte? Ich habe doch bislang immer versucht durchaus vorsichtig optimistisch denkend an die Sache heranzugehen. Und das aus gutem Grund. Schließlich ist der Van, der sich nun verzögert, das Ergebnis eines recht langen Planungsprozesses.

 

Für mich gibt es keine Alternativen zum Warten

Und diese Planung schloss mit einem klaren Plan A: der Clever Celebration. Weil wir glaubten mit diesem all das zu bekommen, was wir uns von einem Camper vorstellen. Ein Bett, eine ausreichend große Sitzgruppe und ein Festbad. Bei massivem Möbelbau würde uns auch ein helles Design geboten.

Daneben war mir aber von Beginn an eben auch wichtig einen Van mit Euro6-Motor zu fahren. Interessanter Weise ist die Diskussion hierüber gerade aktueller denn je. Und sie hat sich seid unserer Kaufentscheidung ein ganzes Stück fortentwickelt. Sodass ich mich in meiner Entscheidung zwischenzeitlich bekräftigt sehe. Es wird (für uns) die richtige Entscheidung gewesen sein auf Euro6 zu setzen.

Gerade das macht aber auch die Alternativen schwierig. Natürlich denkt man bei der aktuellen Lieferverzögerung sowie den dargelegten Gedanken auch über eine mögliche Alternative nach. Sprich vom Kaufvertrag zurückzutreten und direkt zu einem anderen Van zu greifen. Doch mit welchem Ergebnis?

 

Alternative 1: Rücktritt vom Kaufvertrag und Kauf eines Kastenwagens ‚vom Hof‘ eines Händlers

Wegen dem Run auf Reisemobile scheint die Situation bei den Händlern auch recht angespannt. Keinesfalls kann man einfach so zu einem Händler schlendern und schon heute einen Van vom Hof kaufen. Und selbst wenn, scheint es sich bei solchen Fahrzeugen gerade zumeist um solche mit Euro5 Motor zu handeln. Egal ob nicht gefahrenes Ausstellungsstück oder Gebrauchtwagen. Euro5 ist aber – für mich persönlich – keinesfalls eine Alternative.

 

Alternative 2: Rücktritt vom Kaufvertrag und Kauf eines anderen, neuen Kastenwagens

Generell ist gerade im Kastenwagen-Segment die Situation angespannt. Lieferverzögerungen in dieser und ähnlicher Art scheint es gerade bei vielen Herstellern zu geben. Sodass ich davon ausgehe, dass ich auch nach einem Rücktritt vom Kaufvertrag und Neuabschluss eines Vertrages über einen Van eines anderen Herstellers wieder in der Warteschlange lande. Bloß dann wohl wieder ganz am Ende. Ich gewinne also nichts, sondern warte im Gegenteil dann wohl noch länger. Also auch keine Alternative.

 

Alternative 3: Raus aus dem Kastenwagen-Segment und zurück in die Campingbus-Klasse

Betrachtet man die Punkte Euro6-Motor und Lieferzeit, dann könnte dies eine echte Alternative darstellen. Also vom Kaufvertrag des Kastenwagens zurück zu treten und stattdessen einen Campingbus zu kaufen. Nach meinen Beobachtungen am Markt könnte das durchaus funktionieren. Aber…

Dabei gibt es ein dickes Aber! Wie erwähnt haben wir ja lange an der Entscheidung pro Kastenwagen herumgetüftelt. Dabei waren gewichtige Argumente pro KaWa sowohl das Mehr an Platz, wie aber auch die Nasszelle. Weiters war uns das Thema Ordnung wichtig. Beim Bulli hat uns das ständige Hin- und Herklappen von Bett zu Sitzbank zum Essen, aber auch zum Verstauen der Klamotten und Reiseutensilien schon arg genervt.

Es gibt noch ein weiteres Aber, das gegen diese Alternative spricht. So ist nämlich bemerkenswert, dass just diese kleinere Klasse der Fahrzeuge eine höhere Belastung für die Geldbörse darstellt. Neu kosten diese Camper nämlich etwa das eineinhalb bis zweifache von unserem jetzt bestellten Van! Nochmal: kleineres Fahrzeug, Platz-Kompromiss und keine Nasszelle – dafür müsste ich mehr Geld in die Hand nehmen.

Oder aber ich lasse mir einen solchen Van genauso viel kosten wie den derzeit bestellten. Dann bekomme ich einen solchen Camper gebraucht. Wenn’s gut läuft hat der Camper dann geradeso etwas weniger als 100.000 km auf der Uhr. Der Wagen wäre dann meist sicher außerhalb der Garantiezeiten. Und allermeistens noch dazu mit Euro5-Motor ausgestattet.

Alles in allem stelle ich also fest, dass auch das keine Alternative für uns ist.

 

Wie ich mich dennoch in eine gute Ausgangsposition bringen könnte

Ich muss also nach allen Überlegungen meine Feststellung erneuern: für uns gibt es keine bessere Alternative als das Warten. Das Warten auf die Auslieferung des bestellten Kastenwagens. Nun kann ich mich der Warterei einfach hingeben. In der Hoffnung, dass es nun bei Ende August bleibt. Aber in dem Wissen, dass es sich durchaus auch noch mal verzögern könnte.

Und gerade dieses Wissen, um mögliche neuerliche Verzögerungen und dann vielleicht auch für längere Zeit, veranlasst mich dazu, meine Ausgangsposition aufzupolieren. So denke ich gerade darüber nach, ob ich nicht die ersten Schritte der verbraucherschützenden Rechte gehe. Ob ich also den Händler auf den Lieferverzug hinweise, entsprechende Fristen zum Laufen bringe um somit am Ende mir zumindest die Option offen halte, erforderlichenfalls vom Kaufvertrag zurücktreten zu können.

Wieso ich darüber nachdenke? Die Hersteller behalten sich durch ihre vagen Aussagen derzeit alle Optionen offen. Unverbindliche Liefertermine werden – wieder unverbindlich – nach hinten verschoben. Als Verbraucher habe ich keine Planungsgrundlage. Wer weiß schon, wann der Van kommen wird, wann man das erste Mal in Urlaub wird fahren können. Wieso also soll der Hersteller, trotz dieser Ungewissheit für den Käufer, fest mit dem Kaufpreis planen können?

Ist es nicht mein gutes Recht als Käufer im Gegenzug auch mir die Option offen zu halten vom Vertrag zurück zu treten? Bei Nicht- bzw. Späterfüllung der Pflichten aus dem Kaufvertrag durch den Verkäufer? Ich denke schon! Natürlich werde ich alleine wohl zu keinem Umdenken auf Seiten des Herstellers führen können. Vielleicht würde das noch nicht einmal eintreten, wenn alle Käufer so agieren würden. Aber mir persönlich ist es wichtig im Zweifelsfall irgendwann aus dem Vertrag rauszukommen. Falls sich denn noch ganze andere Lieferverzögerungen abzeichnen würden. Dann stünde ich zwar (wieder) ohne Camper dar. Aber ich wäre nicht an einen kruden Vertrag gebunden.

Außerdem sehe ich in dieser Option gerade die einzige Möglichkeit zumindest dem Händler noch mal klar zu machen ’so nicht‘. Ich weiß, dass Ersatzkunden wohl Schlange stünden. Aber wenn sich schon die Hersteller alle Optionen offen halten scheint es mir nicht mehr als fair, wenn ich das als Kunde auch tue!

 

Da ich mich aber noch nicht endgültig zu diesem Schritt durchgerungen habe, würde mich interessieren, wie du das siehst? Wie würdest du in meiner Situation reagieren? Würdest du versuchen den Händler nach allen Regeln der Kunst in Verzug zu setzen? Und dir so die Option offen zu halten, notfalls vom Vertrag zurück zu treten? Oder würdest du die Warterei schweigend hinnehmen? Oder siehst du vielleicht noch eine ganz andere Option, die ich bislang noch gar nicht erkannt habe? Schreib‘ es doch hier unten in die Kommentare!

Mario

Mario lebt den klassischen und oft verachteten '9 to 5 job'. Davon überzeugt, dass das Leben aber viel mehr Freiräume bieten kann, als in der Kantine zwischen Gulasch und Rouladen zu wählen, hat er sich 2015 einen Camper zugelegt. Allzeit abfahrbereit wartet dieser nur darauf nach stressigen Wochen neue Abenteuer zu erleben.

4 Gedanken zu „Lieferverzögerung! Und jetzt? Doch wieder alles auf Anfang?!

  • 13. Juli 2017 um 16:30
    Permalink

    Oh man, wie lange wartest du jetzt schon auf den Van? Bei mir hat’s „nur“ 9 Monate gedauert, aber das wusste ich zumindest von vornherein und am Ende gab’s keine Verzögerung (nur eine selbst verschuldete – ich hab bei der Zulassungsstelle so schnell keinen Termin bekommen ;)).
    Also ich würde das an deiner Stelle „aussitzen“, wenn das ganze Drama noch mal von vorne starten ist ja auch kein Spaß… Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass dein Van bald vom Band rollt!

    Antwort
    • 13. Juli 2017 um 18:15
      Permalink

      Hey Mandy,
      super, danke dir für’s Daumenhalten! Wir warten jetzt seid Januar, bestellt war er aber (da „Vorläufer“) wohl schon letztes Spätjahr. Und ja, ich befürchte es wird wohl auf’s Aussitzen hinauslaufen müssen.
      Ich wollte ich könnte mir schon Gedanken um die Zulassung machen… 🙂
      Ganz liebe Grüße!
      Mario

      Antwort
  • 17. Juli 2017 um 9:14
    Permalink

    Och nööö! Das tut mir echt leid für euch… Gibt es keine Möglichkeit, das ihr eventuell mit dem Hersteller etwas ausmachen könntet um die Wartezeit zu versüssen? Ein „Ersatzwagen“ für euren Urlaub oder das ihr einen mieten könntet bei denen zu günstigen Konditionen?

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Vero

    Antwort
    • 17. Juli 2017 um 16:16
      Permalink

      Hey Vero,
      ja, in diese Richtung überlege ich auch gerade. Hier will ich noch das nächste Gespräch abwarten, wenn dann hoffentlich konkret wird, wann wir das Teil endlich bekommen. Und je nachdem, ob und wie viel es sich noch mal nach hinten schiebt, werden wir dann auch darüber mal reden (müssen).
      Ich hoffe euch und Stitch geht’s gut!

      Beste Grüße hinüber in die Schweiz.
      Mario

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *